BMRBe: Goethe-UniversitĂ€t baut Europas Datenbank fĂŒr NMR-Forschung auf
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 22:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
An der Goethe-UniversitĂ€t Frankfurt entsteht eine neue europĂ€ische Datenbank fĂŒr wissenschaftliche Daten aus der Kernspinresonanzspektroskopie (NMR). Wie hessenschau.de in einem Bericht vom 25. September 2026 meldete, soll die Plattform unter dem Namen BMRBe (Biological Magnetic Resonance Data Bank Europe) kĂŒnftig Forschungsdaten zu Proteinen, Peptiden, RibonukleinsĂ€ure (RNA) und DesoxyribonukleinsĂ€ure (DNA) sichern und bereitstellen.
Schutz vor Datenverlust und politischer Einflussnahme
Das primĂ€re Ziel des Vorhabens liegt in der StĂ€rkung der Datenresilienz innerhalb der internationalen Wissenschaftsgemeinschaft. BMRBe soll als europĂ€ischer Spiegel der bereits seit 1995 bestehenden US-amerikanischen Datenbank BMRB sowie des japanischen Pendants BMRBj fungieren. Durch diese redundante Speicherung wollen die Verantwortlichen wissenschaftliche DatensĂ€tze dauerhaft vor Datenverlust und möglicher politischer Einflussnahme schĂŒtzen.
Den Anlass fĂŒr die Initiative gaben Entwicklungen in den Vereinigten Staaten unter der dortigen Regierung unter Donald Trump. In dieser Phase waren Daten zu Umwelt und Klima von Webseiten der Regierung entfernt worden.
Zudem kam es damals zu Streichungen von Fördermitteln unter anderem fĂŒr Vorhaben zu Gender- und Trans-Themen sowie zu Entlassungen von BeschĂ€ftigten in US-amerikanischen Wissenschaftsbehörden. EuropĂ€ische Forschende zogen daraus die Konsequenz, dass zentrale wissenschaftliche Archive nicht mehr ausschlieĂlich von auĂereuropĂ€ischen Servern und Infrastrukturen abhĂ€ngig sein dĂŒrfen.
Die Frankfurter Initiative zeigt, wie europĂ€ische Forschung ihre Datenhoheit zurĂŒckgewinnen will â doch bis Ende 2027 lĂ€uft der Aufbau. Wer heute von Förderstreichungen und politischen Eingriffen betroffen ist, braucht eigene Vorsorge. Unser Leitfaden zeigt, wie Sie Ihre Forschungsdaten unabhĂ€ngig absichern. Jetzt kostenlosen Resilienz-Leitfaden anfordern
Finanzierung und europÀische TrÀgerschaft
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstĂŒtzt das Projekt finanziell und stellt fĂŒr den Aufbau sowie die Inbetriebnahme der Datenbank Fördermittel in Höhe von rund 530.000 Euro zur VerfĂŒgung.
US-Behörden haben Umwelt- und Klimadaten von Regierungswebseiten entfernt und Fördermittel gestrichen. FĂŒr Datenmanager heiĂt das: PrĂŒfen Sie jetzt, welche Ihrer BestĂ€nde auf auĂereuropĂ€ischen Servern liegen. Die Checkliste zeigt, welche EU-Repositorien Sie nutzen können. Checkliste EU-Datenrepositorien jetzt sichern
Getragen und aufgebaut wird die Datenbank durch Instruct-ERIC, ein europĂ€isches Forschungsnetzwerk, dem rund 500 Forschungsgruppen in Europa angehören. Die Projektleitung liegt bei Harald Schwalbe. Die offizielle Inbetriebnahme von BMRBe ist fĂŒr Ende 2027 vorgesehen.
Der genaue physische Standort fĂŒr die Serverinfrastruktur in oder um Frankfurt am Main steht derzeit allerdings noch nicht fest. Nach der Fertigstellung soll das Repositorium europĂ€ischen Wissenschaftlern einen gesicherten, autonomen Zugriff auf essenzielle biologische Struktur- und Messdaten garantieren.
