BMW-Abfindungsprogramm, Konzern

BMW-Abfindungsprogramm: Konzern schließt Anträge nach weniger als zwei Wochen

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 01:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
BMW schloss die Antragsphase nach hoher Nachfrage vor dem geplanten Termin; über Vertragsabschlüsse wird bis Mitte November informiert.
Moderne Industriearchitektur eines BMW-Werksgeländes bei Sonnenuntergang. Illustration mit AI erstellt.

Der Automobilkonzern BMW hat das vorzeitige Ende seines freiwilligen Abfindungsprogramms für Beschäftigte an den deutschen Standorten bestätigt. Das intern gesteckte Ziel wurde nach Unternehmensangaben früher als erwartet erreicht. Gestartet war die Maßnahme erst am 8. Oktober. Obwohl das Angebot ursprünglich bis Mitte November laufen sollte, schloss das Unternehmen die Antragsmöglichkeit nach weniger als zwei Wochen.

Hohe Nachfrage führte zu Systemüberlastung

Dem vorzeitigen Ende ging ein reger Zuspruch der Belegschaft voraus. Zehntausende Beschäftigte hatten zuvor individuelle Angebote für das Abfindungsprogramm erhalten. Bereits kurz nach dem offiziellen Start am 8. Oktober kam es zu technischen Problemen: Das firmeninterne Anmeldeportal brach unter dem hohen Zugriff zusammen und blieb über mehrere Stunden hinweg überlastet. Die Störung konnte erst am darauffolgenden Tag vollständig behoben werden.

Seit dem Auftakt erklärten mehrere Tausend Mitarbeitende ihre Bereitschaft, das Unternehmen über eine Abfindungsvereinbarung zu verlassen. Eine konkrete Gesamtzahl der eingegangenen Anträge nannte BMW bislang nicht.

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Geltungsbereich und Prinzip der doppelten Freiwilligkeit

Der Autobauer beabsichtigt, weltweit rund 8000 Stellen abzubauen, gut die Hälfte davon an den Standorten in Deutschland. Daraus leiteten Beobachter ein Potenzial von rund 5000 Interessenten im Inland ab.

Das Programm richtete sich dabei nicht an die gesamte Belegschaft, sondern ausschließlich an Beschäftigte in den indirekten Bereichen, insbesondere in der Verwaltung und in der Entwicklung. Die Produktion war von dem Angebot explizit ausgenommen; räumlich ist vor allem der Standort München betroffen.

Ein automatischer Rechtsanspruch auf das Ausscheiden besteht für die Antragsteller jedoch nicht. Bei dem Vorhaben gilt das Prinzip der doppelten Freiwilligkeit: Neben dem Beschäftigten muss auch der Arbeitgeber dem Abschluss eines Vertrags formal zustimmen.

Bis Mitte November sollen die Interessenten darüber informiert werden, ob ein entsprechender Aufhebungsvertrag zustande kommt. Nach derzeitigem Stand soll mit den meisten, jedoch nicht mit allen Bewerbern eine Einigung erzielt werden. Das ursprüngliche Vorhaben sah vor, dass Arbeitsverhältnisse spätestens im Oktober 2027 enden.

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Hohe Rückstellungen und angestrebte Einsparungen

Für die Finanzierung des Personalabbaus stellte BMW erhebliche Mittel bereit. Konzernchef Milan Nedeljkovic stellte hierfür rund eine Milliarde Euro zurück, Berichten zufolge ist das Programm mit über 1 Mrd. Euro dotiert. Das Management hofft infolge des Abbaus auf Einsparungen von jährlich rund 1 Mrd. Euro.

Die den Mitarbeitenden angebotenen Summen liegen rechnerisch häufig im sechsstelligen Bereich und belaufen sich oft auf über 100.000 Euro, in Einzelfällen sogar auf über 650.000 Euro. Um das Ausscheiden zusätzlich zu beschleunigen, wurden zudem Sonderprämien angeboten, sofern das Arbeitsverhältnis vor dem 31. März oder vor dem 31. Oktober 2027 beendet wird.

Mehr zum Thema bei Handelsblatt: „Arbeitsmarkt: BMW schließt Abfindungsprogramm für Mitarbeiter“

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