Boeing, Dauerkrise

Boeing fasst in Dauerkrise Tritt - Zölle bedrohen GeschÀft

23.04.2025 - 17:18:42 | dpa.de

Boeing fliegt seit Jahren von einem Verlust in den nÀchsten. In diesem Jahr sieht es besser aus. Doch Donald Trumps China-Zölle sind ein Problem.

Boeing hofft, die Produktion der 737 Max bald ausbauen zu können. (Archivbild) - Foto: Scott Brauer/ZUMA Press Wire/dpa
Boeing hofft, die Produktion der 737 Max bald ausbauen zu können. (Archivbild) - Foto: Scott Brauer/ZUMA Press Wire/dpa

Der Flugzeugbauer Boeing gewinnt in seiner Dauerkrise wieder etwas Boden unter den FĂŒĂŸen. Auch weil die Flugzeugproduktion anzog, verbrannte der Konzern im ersten Quartal weniger Geld als gedacht. Zudem zeigte sich Boeing-Chef Kelly Ortberg am Mittwoch zuversichtlich, die Produktion des Mittelstreckenjets 737 Max im Jahresverlauf wieder auf das Niveau von Ende 2024 hochzufahren. Doch dem Hersteller drohen nach sechs Verlustjahren in Folge schon die nĂ€chsten Probleme durch die Zollpolitik von US-PrĂ€sident Donald Trump.

An der Börse sorgten die Zahlen aus der Quartalsbilanz fĂŒr Erleichterung: Die Boeing-Aktie stieg im frĂŒhen US-Handel um mehr als sechs Prozent.

Mehr Auslieferungen 

Im ersten Quartal lieferte Boeing 130 Passagier- und Frachtjets aus und damit fast 50 mehr als ein Jahr zuvor. Damals hatte die US-Luftfahrtbehörde FAA Boeing nach einem Beinahe-UnglĂŒck einer 737 Max enge BeschrĂ€nkungen auferlegt. Die Aufseher nahmen die Werke unter die Lupe, und der Hersteller darf die Produktion seiner 737-Reihe seither nicht ĂŒber die zuvor erreichten 38 Maschinen pro Monat ausweiten.

Allerdings ist Boeing selbst an dieses Niveau seitdem nicht mehr herangekommen. Ortberg erwartet, dies im laufenden Jahr zu schaffen. Zudem hofft er darauf, dass die FAA dem Hersteller dann eine weitere Steigerung auf monatlich 42 Maschinen erlaubt.

Der weltgrĂ¶ĂŸte Flugzeugbauer Airbus aus Europa will von seiner konkurrierenden Modellfamilie A320neo ab dem Jahr 2027 insgesamt 75 Exemplare pro Monat fertigen - so dick sind die AuftragsbĂŒcher. Im vergangenen Jahr lieferte Airbus ĂŒber alle Modellreihen hinweg 766 Flugzeuge aus. Boeing schaffte mit 348 Maschinen nicht einmal halb so viele.

Weniger Geld verbrannt

Im neuen Jahr sieht es fĂŒr Boeing besser aus, auch weil der US-Konzern mehr schon vorproduzierte Maschinen an seine Kunden ĂŒbergab. Entsprechend stieg der Quartalsumsatz im Jahresvergleich um 18 Prozent auf 19,5 Milliarden Dollar (knapp 17,2 Mrd Euro). Unterm Strich stand ein Verlust von 31 Millionen Dollar nach einem Fehlbetrag von 355 Millionen ein Jahr zuvor.

Zugleich verbrannte der Konzern im abgelaufenen Quartal deutlich weniger Geld als Anfang 2024. Mit minus 2,3 Milliarden Dollar lag der bereinigte Barmittelfluss jedoch immer noch tief im roten Bereich.

Jedoch bedrohen die Folgen der von Trump eingefĂŒhrten Zölle das GeschĂ€ft des Flugzeugbauers. Nachdem der US-PrĂ€sident zuletzt hohe Strafzölle gegen China verhĂ€ngt hatte, reagierte das asiatische Land mit Gegenzöllen von 125 Prozent auf US-Produkte. Damit wurden Boeing-Jets fĂŒr chinesische Fluggesellschaften mehr als doppelt so teuer wie zuvor. Inzwischen nehmen die Airlines des Landes keine Maschinen des Herstellers mehr entgegen.

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