Bosch, Abstatt

Bosch streicht in Abstatt weitere 750 ArbeitsplÀtze

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 12:05 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Bosch begrĂŒndet den weiteren Abbau mit einer rĂŒcklĂ€ufigen europĂ€ischen Fahrzeugnachfrage und wachsendem Kostendruck durch asiatische Anbieter. Nicht alle GeschĂ€ftsbereiche am Standort sind betroffen.

Bosch nennt betroffene GeschÀftsbereiche

  • Der Abbau betrifft die MobilitĂ€tssparte am Bosch-Standort Abstatt im Kreis Heilbronn.
  • Bis Ende 2029 sollen dort weitere 750 ArbeitsplĂ€tze entfallen.
  • In Abstatt arbeiten insgesamt rund 5.300 Menschen.
  • Bosch streicht weitere Stellen. (Archivbild) - Bild: Jan-Philipp Strobel/dpa
  • Bosch will Stellen in Abstatt streichen. - Bild: Bernd Weißbrod/dpa
  • Die Streichung der ArbeitsplĂ€tze in Abstatt soll bis Ende 2029 vollzogen werden und möglichst sozialvertrĂ€glich erfolgen. - Bild: Bernd Weißbrod/dpa
Bosch streicht weitere Stellen. (Archivbild) - Bild: Jan-Philipp Strobel/dpa Bosch will Stellen in Abstatt streichen. - Bild: Bernd Weißbrod/dpa Die Streichung der ArbeitsplĂ€tze in Abstatt soll bis Ende 2029 vollzogen werden und möglichst sozialvertrĂ€glich erfolgen. - Bild: Bernd Weißbrod/dpa

Bosch baut in Abstatt weitere Stellen ab

Der Technologiekonzern Bosch will am Standort Abstatt im Kreis Heilbronn weitere 750 ArbeitsplÀtze in seiner MobilitÀtssparte abbauen. Der Abbau soll bis Ende 2029 abgeschlossen und möglichst sozialvertrÀglich umgesetzt werden.

Bremsensparte unter Preisdruck

Bosch begrĂŒndet die Entscheidung mit schwierigen konjunkturellen Bedingungen und dem Strukturwandel in der Automobilindustrie. Die weltweite Fahrzeugproduktion stagniere, wĂ€hrend die Nachfrage in Europa zurĂŒckgehe und asiatische Anbieter den Wettbewerb bei Kosten, Geschwindigkeit und ProduktivitĂ€t verschĂ€rften.

Besonders betroffen sei der Bremsenbereich. Die Nachfrage nach kostengĂŒnstigen Lösungen wachse, wĂ€hrend neue asiatische Anbieter mit niedrigeren Preisen auf den europĂ€ischen Markt drĂ€ngten.

Weniger KapazitĂ€ten fĂŒr Abstatt

Bosch entwickelt elektronische Bremssysteme zunehmend gemeinsam mit chinesischen Kunden und lokalen Standorten in China. Dadurch wĂŒrden in Abstatt weniger KapazitĂ€ten benötigt.

Am Standort arbeiten insgesamt rund 5.300 Menschen. Der GeschÀftsbereich Vehicle Motion entwickelt und vertreibt dort Bremssysteme, Fahrzeugbewegungssoftware, Insassenschutzsysteme und Fahrzeugsensorik.

Zwei Bereiche bleiben unberĂŒhrt

Vom Abbau nicht betroffen sind der GeschĂ€ftsbereich Cross-Domain Computing Solutions sowie die Bosch Engineering GmbH. Cross-Domain Computing Solutions bĂŒndelt Fahrzeugelektronik, Sensoren und Software.

MobilitÀtssparte bereits stark belastet

Nach Angaben einer Bosch-Sprecherin sollen in der MobilitÀtssparte innerhalb des Konzerns in unterschiedlichen ZeitrÀumen bislang mehr als 23.000 ArbeitsplÀtze in Deutschland wegfallen. Der Bereich ist damit besonders stark vom Stellenabbau betroffen.

Bosch verwies zugleich auf die weltweite konjunkturelle SchwÀche und geopolitische Unsicherheiten. Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,6 Prozent auf 46,4 Milliarden Euro.

Das Wachstum wurde vor allem durch Übernahmen getragen. Bosch hatte im vergangenen Jahr das Heizungs-, LĂŒftungs- und KlimatisierungsgeschĂ€ft von Johnson Controls und Hitachi ĂŒbernommen; das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern sank von 2,3 auf 2,2 Milliarden Euro.

Der Abbau in Abstatt steht im Zusammenhang mit einer lÀnger anhaltenden Neuordnung der Automobilzulieferindustrie. Hersteller und Zulieferer verlagern Entwicklungs- und Produktionsschwerpunkte zu elektrischen, softwarebasierten und stÀrker integrierten Fahrzeugfunktionen. Gleichzeitig geraten etablierte Komponenten durch Preisdruck und neue Wettbewerber aus Asien unter Druck.

FĂŒr Bosch ist die MobilitĂ€tssparte besonders wichtig, zugleich aber einem tiefgreifenden Wandel ausgesetzt. Der Konzern entwickelt dort unter anderem Brems- und Fahrzeugsysteme sowie Software und Sensorik. Dass die betroffenen Bereiche in Abstatt nicht den gesamten Standort umfassen, grenzt die unmittelbare Wirkung des Abbaus ein; fĂŒr die BeschĂ€ftigten der Sparte bleibt die bis Ende 2029 reichende Perspektive dennoch erheblich.

Strukturwandel mit Folgen fĂŒr den Standort

Am Standort arbeiten rund 5.300 Menschen. Die angekĂŒndigten 750 Stellen entsprechen damit einem bedeutenden Teil der Belegschaft, auch wenn GeschĂ€ftsbereiche wie Cross-Domain Computing Solutions und Bosch Engineering ausdrĂŒcklich nicht betroffen sind.

Die Entwicklung zeigt zudem, dass Wachstum im Gesamtkonzern Arbeitsplatzverluste in einzelnen Sparten nicht verhindert. Bosch steigerte den Umsatz im ersten Halbjahr 2026 auch durch Übernahmen, wĂ€hrend das operative Ergebnis zurĂŒckging. FĂŒr die Region Heilbronn-Franken wird entscheidend sein, wie viele der wegfallenden Stellen sozialvertrĂ€glich abgebaut werden und ob neue Aufgaben in Zukunftsfeldern am Standort entstehen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

SWR: „Bosch verschĂ€rft Sparkurs und streicht in Abstatt 750 Jobs“ (05.11.2026)

Der Beitrag ordne den Abbau als Teil des verschĂ€rften Sparkurses bei Bosch ein und verweise auf weitere geplante Stellenstreichungen, darunter in NĂŒrnberg. Im Mittelpunkt stehe damit neben Abstatt die konzernweite Belastung der Autozuliefersparte.

Deutschlandfunk: „Medienbericht - Autozulieferer Bosch will in Abstatt 750 Stellen abbauen“ (05.11.2026)

Der Deutschlandfunk berichte ĂŒber die zusĂ€tzlichen 750 Stellen, die in den kommenden drei Jahren gestrichen werden sollten. Anders als der SWR-Beitrag konzentriere sich die Meldung stĂ€rker auf den konkreten Vorgang und die Einordnung als Folge der schwierigen Lage in der Autoindustrie.

Beide BeitrÀge bestÀtigten den zusÀtzlichen Abbau in Abstatt; der SWR stelle ihn stÀrker in den konzernweiten Sparkurs, wÀhrend der Deutschlandfunk den konkreten Standortvorgang hervorhebe.

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