Botnetz, Millionen

Botnetz zerschlagen: 17 Millionen GerÀte in 163 LÀndern infiziert

31.05.2026 - 18:01:07 | boerse-global.de

NiederlÀndische Behörden legen das Asocks-Botnetz lahm. 17 Millionen infizierte GerÀte in 163 LÀndern waren betroffen. Die Malware bleibt aktiv.

Botnetz zerschlagen: 17 Millionen GerĂ€te in 163 LĂ€ndern infiziert - Foto: ĂŒber boerse-global.de
Botnetz zerschlagen: 17 Millionen GerĂ€te in 163 LĂ€ndern infiziert - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Rund 17 Millionen infizierte GerÀte in 163 LÀndern waren Teil des kriminellen Netzwerks.

Schlag gegen die Asocks-Infrastruktur

Die niederlĂ€ndische Polizei und das Nationale Cyber-Sicherheitszentrum (NCSC) gaben am 29. Mai 2026 die erfolgreiche Zerschlagung des Botnetzes bekannt. Der Dienst trug den Namen „Asocks" und fungierte als kommerzieller Residential-Proxy-Dienst. Bei der Aktion beschlagnahmten die Ermittler mehr als 200 Server bei einem niederlĂ€ndischen Hosting-Anbieter. Diese dienten als Kommandozentralen fĂŒr ein Netzwerk, das sich ĂŒber Computer, Smartphones, Tablets, Router und IoT-Kameras erstreckte.

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Das Botnetz erlaubte Kriminellen, gegen GebĂŒhr auf die IP-Adressen infizierter EndgerĂ€te zuzugreifen. Da der Datenverkehr von legitimen Heimnetzwerken ausging, umging er hĂ€ufig die ĂŒblichen Sicherheitsfilter. Genutzt wurde die Infrastruktur fĂŒr Credential-Theft, groß angelegte Phishing-Kampagnen, Spam-Versand und DDoS-Angriffe.

Die Infrastruktur ist zwar abgeschaltet – die Schadsoftware befindet sich jedoch weiterhin auf Millionen infizierter GerĂ€te weltweit. Festnahmen gab es zunĂ€chst nicht.

KI und Zero-Day-Exploits beschleunigen Angriffe

Die Zerschlagung des Asocks-Netzwerks fĂ€llt in eine Zeit rasanter technologischer Entwicklung bei Angriffsmethoden. Der „AI Threat Tracker" der Google Threat Intelligence Group (GTIG) dokumentierte erstmals den Einsatz kĂŒnstlicher Intelligenz zur Identifizierung von Zero-Day-SicherheitslĂŒcken.

Die Integration von KI verkĂŒrzt die Zeitfenster fĂŒr Abwehrmaßnahmen drastisch. Analysten beobachten, dass sich Angriffe von „Stundenproblemen" zu „Minutenproblemen" entwickeln. Ein Indiz: Zwischen Januar und April 2026 wurden tĂ€glich durchschnittlich 184 neue SicherheitslĂŒcken (CVEs) gemeldet – eine Verdopplung im Vergleich zu den Vorjahren.

Kritische LĂŒcken und regulatorischer Druck

Neben automatisierten Bedrohungen bleiben aktive Angriffe auf kritische Infrastruktur eine akute Gefahr. Sicherheitsforscher von Rapid7 dokumentierten ab dem 17. Mai 2026 Exploit-Versuche gegen eine kritische Schwachstelle in Palo-Alto-GlobalProtect-VPNs. Die als CVE-2026-0257 bekannte LĂŒcke erlaubt Angreifern die Umgehung der Authentifizierung mittels gefĂ€lschter Cookies.

Die US-Behörde CISA hat Unternehmen verpflichtet, diese LĂŒcke bis zum 1. Juni 2026 zu schließen. Das ist brisant: EuropĂ€ische Unternehmen stehen vor der Deadline der NIS-II-Richtlinie, die am 1. Oktober 2026 in Kraft tritt. Branchenanalysen zufolge haben erst 23 Prozent der betroffenen Firmen ihre Vorbereitungen abgeschlossen.

Mobile Bedrohungen und ein boomender Spionagemarkt

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Auch der mobile Sektor ist zunehmend im Visier. Kaspersky meldete einen Anstieg von NFC-basierten Angriffen auf Android-GerÀte um 188 Prozent in den ersten vier Monaten des Jahres 2026. Kriminelle nutzen spezielle Kits, um Passwörter und Zwei-Faktor-Codes per Nahfunktechnik zu stehlen.

Parallel dazu floriert ein Markt fĂŒr gĂŒnstige Spionagesoftware. Ermittlungen von Nichtregierungsorganisationen in Italien deckten eine Schattenindustrie auf, in der Überwachungstools Behörden und Privatpersonen fĂŒr niedrige TagessĂ€tze angeboten werden. Allein 2024 genehmigten italienische StaatsanwĂ€lte rund 5.200 Infektionen mit solcher Trojaner-Software.

Trotz der wachsenden Bedrohungslage zeigt eine Umfrage des SANS-Instituts unter ĂŒber 400 Experten: Nur 26 Prozent der CISOs messen Bedrohungsanalyseprogrammen aktuell einen hohen Wert bei. Fehlende Budgets und Zeitmangel sind die Haupthindernisse – obwohl 79 Prozent der Sicherheitsverantwortlichen Informationen ĂŒber aktiv ausgenutzte Schwachstellen priorisieren.

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