Woidke fordert ZurĂŒckweisungen an deutschen Grenzen
15.09.2024 - 15:24:21"Dass wir Asylbewerber, fĂŒr die ein anderes Land zustĂ€ndig ist, hereinlassen und dann nicht mehr abschieben können, ist ein Irrsinn, den kein BĂŒrger mehr versteht", sagte Woidke dem Nachrichtenportal "t-online".
Auf die Frage, ob die Forderung nach ZurĂŒckweisung von Asylbewerbern mit der Bundes-SPD abgestimmt worden sei, antwortete Woidke: "Wir fordern das in Brandenburg schon lange. Ich erwarte von der Bundesebene, dass sie jetzt zĂŒgig Entscheidungen trifft."
"Die Menschen erwarten, dass wir jetzt Lösungen finden"
Rechtlichen Bedenken entgegnete Woidke: "Die Wahrheit ist doch, dass die Dublin-Verordnung auch von anderen EU-LĂ€ndern kaum mehr angewendet wird. Die Menschen erwarten, dass wir jetzt Lösungen finden." Menschen, die aus einem sicheren Drittstaat einreisen, wĂŒrden kein Asylrecht erhalten, fĂŒhrte der MinisterprĂ€sident aus. "Wir mĂŒssen geltendes Recht durchsetzen." Man gelange in Deutschland "langsam an die Belastungsgrenze".
Unionsfraktionschef Friedrich Merz (CDU) hatte die Diskussion um ZurĂŒckweisungen zuletzt forciert und die GesprĂ€che mit Vertretern der Ampel-Koalition und der LĂ€nder zum Thema Migration am Dienstag nach einer zweiten Runde fĂŒr gescheitert erklĂ€rt.
Nach EinschĂ€tzung der Bundesregierung wĂ€ren die von CDU und CSU geforderten weitreichenden ZurĂŒckweisungen von Asylbewerbern an den deutschen Grenzen europarechtlich nicht zulĂ€ssig. Stattdessen möchte sie das Verfahren fĂŒr sogenannte Dublin-Ăberstellung beschleunigen.
Dabei geht es um die RĂŒcknahme Schutzsuchender durch jene europĂ€ischen LĂ€nder, die fĂŒr die Bearbeitung ihrer Asylverfahren zustĂ€ndig sind - in der Regel jene Staaten, in denen jemand zuerst europĂ€ischen Boden betreten hat.

