Brandschutz: VDMA überarbeitet Rauchschutz-Norm ab Juni
31.05.2026 - 04:10:55 | boerse-global.deNeue technische Richtlinien, strengere Materialvorgaben und aktuelle Großbrände zeigen: Die Sicherheitsanforderungen für Wohn- und Geschäftsgebäude werden deutlich erhöht.
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VDMA überarbeitet Rauchschutz-Richtlinie
Der Maschinenbauverband VDMA hat am 29. Mai 2026 einen neuen Entwurf der Norm VDMA 24188:2026-06 vorgelegt. Das Regelwerk konzentriert sich auf Rauchschutzmaßnahmen in Treppenhäusern und löst die bisherige Fassung aus dem Jahr 2011 ab.
Der aktualisierte Entwurf enthält ein völlig neues Kapitel zu Druckbelüftungsanlagen. Zudem liefert er präzisere Definitionen für Druckverhältnisse, Volumenströme und Türöffnungskräfte. Die Branche kann bis zum 1. August 2026 Stellungnahmen einreichen – das öffentliche Beteiligungsverfahren startet im Juni.
Strengere Regeln für Kabel und Solaranlagen
Der ZVEI, der Verband der Elektro- und Digitalindustrie, hat die siebte Auflage seines Whitepapers zu feuerbeständigen Kabeln veröffentlicht. Seit Juli 2017 unterliegen Kabel bereits der Bauproduktenverordnung (hEN 50575). Die neuen Empfehlungen aktualisieren Prüfverfahren und sollen die Sicherheit in Elektroinstallationen weiter erhöhen.
Auf der Intersolar Europe in München (23. bis 25. Juni 2026) will der Hersteller CITEL neue Brandschutztechnik vorstellen. Die Feuerwehrschalter FWS 3 und FWS 6 für Photovoltaikanlagen bis 1000 V Gleichspannung kombinieren Not-Aus-Funktionen mit Überspannungsschutz. Im Ernstfall ermöglichen sie die schnelle Trennung der Anlage – entscheidend für Feuerwehr und Rettungskräfte.
Durchbrüche bei Flammschutzmaterialien
Auch die Materialforschung liefert neue Lösungen. First Graphene meldete am 30. Mai 2026 Fortschritte bei der Nutzung von PureGRAPH – einem Graphen-Material, das die Feuerbeständigkeit, Reißfestigkeit und Abriebfestigkeit von Baustoffen für den Bergbau und das Baugewerbe verbessert.
Parallel dazu bringt Ningbo Inno Pharmchem einen phosphor-stickstoffbasierten Flammschutzmittel namens ASN-240 auf den Markt. Es eignet sich speziell für Textilien aus Baumwolle, Wolle und Polyester. Ebenfalls neu: Ein halogenfreies Masterbatch für Polypropylen, das die UL-94 V-0-Klassifizierung erreicht. Das Material verlöscht innerhalb von zehn Sekunden selbstständig und bildet keine brennenden Tropfen – ideal für die Auto- und Elektronikindustrie.
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Kontrollpflicht in Nordrhein-Westfalen
In Nordrhein-Westfalen schreibt das Landesrecht regelmäßige Brandschutzprüfungen vor. Der Kreis Warendorf etwa verlangt Kontrollen mindestens alle sechs Jahre für besonders gefährdete Einrichtungen: Krankenhäuser, Altenheime, Schulen, Hotels und Gewerbebetriebe. Auslöser für die strenge Durchsetzung waren verheerende Brände der Vergangenheit.
Gleichzeitig verändert sich die Organisationslandschaft. In Eisingen hat sich der gemeinnützige Verein NFBMB, der sich für den Brandschutz von Menschen mit Behinderungen einsetzte, am 29. Mai 2026 aufgelöst. Das verbleibende Vermögen geht an Caritas und Lebenshilfe.
Zwei Großbrände mahnen zur Vorsicht
Die Aktualität des Themas unterstreichen zwei schwere Brände Ende Mai:
Am 29. Mai 2026 brach in einem Industriegebiet in Feldkirchen ein Großfeuer aus. In einem Holzwarenlager explodierte eine Gasflasche. Mehr als 200 Einsatzkräfte waren vor Ort, zwei Feuerwehrleute wurden verletzt. Der Zugverkehr musste vorübergehend eingestellt werden.
Nur einen Tag später, am 30. Mai 2026, brannte es in einer Kindertagesstätte in Hanau-Kesselstadt. Der Sachschaden beläuft sich auf rund 300.000 Euro. Das Feuer war in Müllcontainern auf einem nahegelegenen Schulgelände ausgebrochen und hatte auf die Kita übergegriffen. Verletzt wurde niemand, doch die Kriminalpolizei ermittelt zur Brandursache.
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