Vor der dritten und entscheidenden Trilog-Runde zum EU-USA-Zolldeal geht EU-Handelskommissar Ć ef?ovi? von Einigung aus
19.05.2026 - 09:34:15 | presseportal.de
EU-Handelskommissar MaroĆĄ Ć ef?ovi? geht in einem Interview fĂŒr das WDR-Europaforum davon aus, dass die EU das Verfahren rechtzeitig vor der von US-PrĂ€sident Donald Trump gesetzten Frist zum 4. Juli abschlieĂen wird. âMit Blick auf die aktuelle Planung im EuropĂ€ischen Parlament bin ich zuversichtlich, dass wir die Verfahren bis Ende Juni abschlieĂen könnenâ, sagte Ć ef?ovi? in einem Interview mit ARD-Studioleiter Tina Hassel beim Europaforum. âIch hoffe sehr, dass spĂ€testens im Juni die Abstimmung im Plenum stattfinden kann, sodass wir mit groĂer Sicherheit innerhalb der Juli-Frist bleiben. Das war auch von Anfang an unseren ursprĂŒnglichen Zeitplan.â
Streitpunkt Schutzklauseln:
Der Kern des Disputs zwischen Parlament und Rat liegt in den Sicherungsmechanismen. Das Europaparlament besteht auf einem mehrstufigen Sicherheitsnetz â darunter eine Aussetzungsklausel fĂŒr den Fall neuer US-Zölle ĂŒber 15 Prozent sowie eine Sunset-Klausel, die dem Parlament bei jeder VerlĂ€ngerung das letzte Wort sichert.
Ć ef?ovi? verteidigt die grundsĂ€tzliche Notwendigkeit solcher Mechanismen, die seien aber bereits im Abkommen selbst enthalten: âIn unseren Verordnungen und unserer Gesetzgebung, ist da eine Standardprozedur, wenn es um Handel geht: Man schlieĂt immer Ausstiegs- und Schutzklauseln in die VertrĂ€ge ein⊠Das alles ist bereits in unseren VorschlĂ€gen berĂŒcksichtigt. Ich denke, der Grund, warum wir diese beiden recht langen Triloge gebraucht haben, war, dass wir den Parlamentariern dies noch einmal im Detail erlĂ€utern mussten.â
15 Prozent â nicht mehr
Ć ef?ovi? machte deutlich, wo fĂŒr ihn die rote Linie liegt: âWir mĂŒssen mit unseren amerikanischen Partnern bei 15 Prozent All-inclusive landen. Das war das Ergebnis von Turnberry.â Angesichts erneuter US-Drohungen, die Kfz-Zölle auf 25 Prozent anzuheben, bekrĂ€ftigte er: âDas ist auch fĂŒr mich sehr wichtig, denn nur das ist mein Verhandlungsmandat.â
Hunderttausende ArbeitsplÀtze auf dem Spiel
Der Kommissar machte auch den wirtschaftlichen Einsatz fĂŒr Deutschland unmissverstĂ€ndlich klar. Bei einem Scheitern des Turnberry-Deals hĂ€tte allein der deutschen Automobilindustrie der Verlust von 54.000 ArbeitsplĂ€tzen gedroht, warnte er: âIm Fall Deutschlands hĂ€tte bei einem Scheitern des Turnberry-Deals ein möglicher Verlust von 54.000 ArbeitsplĂ€tzen allein in der Automobilindustrie gedroht.â Europaweit hingen nach Ć ef?ovi?s Angaben rund 50 Millionen ArbeitsplĂ€tze in der einen oder anderen Weise am Handel.
Pragmatismus statt Konfrontation
Trotz des wachsenden Drucks aus Washington plĂ€diert Ć ef?ovi? fĂŒr einen kĂŒhlen Kopf und einen pragmatischen Kurs im Umgang mit dem US-PrĂ€sidenten: âKriege, auch Handelskriege, sind leicht zu beginnen, aber sehr schwer zu beenden. Wir sollten wirklich Fakten ĂŒber Emotionen stellen.â Alle europĂ€ischen Unternehmen, mit denen die Kommission gesprochen habe, wĂŒnschten keine Eskalation: âIch kann Ihnen sagen, wir treffen viele Unternehmen und kein einziges Mal habe ich gehört, dass ein europĂ€isches Unternehmen eine Eskalation möchte, oder gar einen Handelskonflikt mit den USA. Alle sagten uns: Behaltet die Nerven, bleibt ruhig, lasst uns diesen Prozess durchlaufen. Was wir brauchen, ist Planbarkeit und StabilitĂ€t.â
Keine direkte Erpressung der US Seite bei den ZollgesprÀchen
EU-Handelskommissar Ć ef?ovi?, der bei den Verhandlungen in Turnberry mit im Raum war, bestreitet, dass US-PrĂ€sident Trump direkt die militĂ€rische UnterstĂŒtzung der USA als Druckmittel bei den HandelsgesprĂ€chen genutzt habe. Trotz der kurzen Verhandlungsdauer von weniger als zwei Stunden, sei aber ĂŒber die Ukraine und Sicherheitsfragen gesprochen worden: âDamals wurde tatsĂ€chlich auch ĂŒber die russische Aggression gegen die Ukraine gesprochen, aber eher im Sinne eines Meinungsaustauschsâ
Das gesamte Interview lÀuft am 19.5.2026 im WDR-Fernsehen und im Livestream, um 13 Uhr.
Das 28. Internationale WDR Europaforum unter dem Motto âHard?Times, Soft Power?â?Europas?Rolle?in?der Weltunordnungâ findet vom 18. bis 20. Mai 2026 unter anderem im Rahmen der Gesellschaftskonferenz re:publica in Berlin statt, weitere BeitrĂ€ge kommen aus BrĂŒssel und StraĂburg. Das WDR Fernsehen ĂŒbertrĂ€gt die Veranstaltung an allen drei Tagen live. Zu sehen ist das WDR Europaforum auch im Livestream sowie in der ARD Mediathek. Hier gehtâs zum kompletten Programm:
Programm 2026 - WDR Europaforum
Verwendung der Zitate nur bei Nennung der Quelle "WDR Europaforum".
Fotos finden Sie unter ARD-Foto.de
Besuchen Sie auch die WDR-Presselounge: presse.wdr.de
Pressekontakt:
WDR Kommunikation
Telefon: 0221 220 7100
Email: kommunikation@wdr.de
Original-Content von: WDR Westdeutscher Rundfunk ĂŒbermittelt durch news aktuell
Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
