BĂŒro-Studie, BeschĂ€ftigten

BĂŒro-Studie: Nur 45 Prozent der BeschĂ€ftigten sehen einen Leistungsvorteil

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 10:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Erhebungen beleuchten ProduktivitĂ€t, hybride Arbeit und BĂŒroplanung; Hamburg will seine BĂŒroflĂ€chen bis 2040 um bis zu 20 Prozent verringern.

BĂŒro der Zukunft: Studien zeigen Technik- und FlĂ€chenbedarf
Ein lichtdurchfluteter, moderner BĂŒroraum mit minimalistischer Architektur, bequemen Sitzgelegenheiten, Holzelementen und Pflanzen. Illustration mit AI erstellt.

Vor dem Hintergrund verĂ€nderter Arbeitsgewohnheiten setzen Unternehmen verstĂ€rkt auf moderne BĂŒrokonzepte und eine optimierte FlĂ€chengestaltung. Ziel der aktuellen Anpassungen ist es, das BĂŒro als attraktiven und ĂŒberzeugenden Arbeitsort fĂŒr BeschĂ€ftigte im Berufsalltag zu etablieren und den neuen Anforderungen flexibler Arbeitsmodelle gerecht zu werden.

Studie zeigt Nachholbedarf bei der BĂŒroattraktivitĂ€t

Am 23. September 2026 legte das Beratungsunternehmen M.O.O.CON Ergebnisse seiner Studie „BĂŒro-Liebe“ vor, fĂŒr die 1.024 BĂŒroangestellte befragt wurden. Demnach erkennen lediglich 45 Prozent der BeschĂ€ftigten einen direkten Beitrag des physischen BĂŒros zu ihrer eigenen LeistungsfĂ€higkeit. Sabine Zinke, GeschĂ€ftsfĂŒhrerin bei M.O.O.CON, hob hervor, dass das BĂŒro vor allem fĂŒr Kollaboration, sozialen Zusammenhalt und informellen Austausch stehe.

Das Beratungsunternehmen betonte zudem, dass hybride Modelle zu schwankenden Nutzungsraten fĂŒhren. Eine reine Reduktion der Quadratmeter greife zu kurz.

Christoph MĂŒller-Thiede, geschĂ€ftsfĂŒhrender Gesellschafter von M.O.O.CON, erklĂ€rte, das BĂŒro werde effizienter, wenn Organisationen es als Performance- und Innovationsinfrastruktur begreifen. Erforderlich seien vielmehr strukturierte Nutzungsanalysen, multifunktionale Bereiche sowie bedarfsgerechtes Desksharing.

Technische Ausstattung als ProduktivitÀtsfaktor

Dass gelungene Arbeitsumgebungen maßgeblich von der passenden technischen Infrastruktur abhĂ€ngen, verdeutlicht die „Workplace Experience Study“ von Logitech. Darin gaben 85 Prozent der Befragten an, eine hochwertige Arbeitsplatz-Erfahrung mit höherer ProduktivitĂ€t zu verbinden, 87 Prozent nannten eine bessere Zusammenarbeit.

Dennoch behandeln lediglich 28 Prozent der Organisationen diesen Aspekt als zentralen Bestandteil ihrer GeschĂ€ftsstrategie. Zudem verfĂŒgen nur 47 Prozent der deutschen EntscheidungstrĂ€ger ĂŒber die passenden RentabilitĂ€tsdaten.

Laut der Erhebung beziehen lediglich 20 Prozent der deutschen Organisationen IT- und Medientechnik-Teams ein, bevor die eigentliche Raumplanung startet.

MÀngel bei der Ausstattung wirken sich messbar aus: Bei technischen Problemen in Meetings entsteht ein medianer ProduktivitÀtsverlust von 12,2 Minuten pro Person und Vorfall; 30 Prozent der IT-Verantwortlichen berichten sogar von AusfÀllen von 16 Minuten oder mehr.

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Serkan Ates, Leiter von Logitech DACH, sprach sich dafĂŒr aus, technische LeistungsfĂ€higkeit, die tatsĂ€chliche Nutzung und die Erfahrung der Mitarbeitenden gemeinsam zu steuern.

Balance zwischen PrÀsenz und FlexibilitÀt

Die Ausgestaltung der PrĂ€senz fĂŒhrt in vielen Betrieben zu Neuregelungen. Bei der Mercedes-Benz Group sieht ein Entwurf fĂŒr eine neue Konzernbetriebsvereinbarung vor, dass FĂŒhrungskrĂ€fte VollzeitbeschĂ€ftigte kĂŒnftig verpflichten können, an bis zu vier Tagen pro Woche im BĂŒro zu arbeiten, ohne dass hierfĂŒr eine BegrĂŒndungspflicht vorliegt.

Gleichzeitig belegt die am 24. September 2026 von Deloitte und der UniversitĂ€t Graz vorgelegte Untersuchung „Flexible Working“, wie fest das ortsunabhĂ€ngige Arbeiten etabliert ist: In sieben von zehn befragten Betrieben kann mindestens die HĂ€lfte der Belegschaft grundsĂ€tzlich mobil arbeiten; typischerweise werden zwei bis drei Tage Homeoffice pro Woche verzeichnet.

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Allerdings fordern 86 Prozent der BeschĂ€ftigten mehr UnterstĂŒtzung gegen digitalen Stress und Überlastung, wĂ€hrend bislang nur 17 Prozent der Unternehmen entsprechende Angebote vorhalten.

Parallel dazu reagiert auch die öffentliche Hand auf den Wandel: Der Hamburger Senat hat beschlossen, die stĂ€dtischen BĂŒroflĂ€chen bis zum Jahr 2040 um bis zu 20 Prozent zu reduzieren und feste ArbeitsplĂ€tze schrittweise durch Desksharing-Modelle zu ersetzen.

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