ROUNDUP, Wadephul

Wadephul verspricht Ukraine anhaltende Waffenhilfe

30.06.2025 - 07:20:01 | dpa.de

Bundesaußenminister Johann Wadephul verspricht der Ukraine angesichts anhaltender massiver russischer Luftangriffe dauerhafte deutsche Waffenhilfe.

"Die Freiheit und Zukunft der Ukraine ist die wichtigste Aufgabe unserer Außen- und Sicherheitspolitik", erklĂ€rte der CDU-Politiker zu seinem Besuch in Kiew. Man werde "felsenfest an der Seite der Ukraine stehen, damit sie sich weiter mit Erfolg verteidigen kann - mit moderner Luftverteidigung und anderen Waffen, mit humanitĂ€rer und wirtschaftlicher Hilfe".

Der Minister war am Morgen mit einem Sonderzug zu dem aus SicherheitsgrĂŒnden zunĂ€chst geheim gehaltenen Antrittsbesuch in der ukrainischen Hauptstadt eingetroffen. Wadephul wurde von Vertretern der deutschen RĂŒstungsindustrie begleitet. Am Rande des Besuches sollten hochrangige GesprĂ€che zwischen Wirtschaftsvertretern und mit ukrainischen EntscheidungstrĂ€gern stattfinden, hieß es aus dem AuswĂ€rtigen Amt.

Wadephul hatte die Ukraine erstmals am 9. Mai als neuer Außenminister besucht. Damals nahm er an einem informellen Treffen der EU-Außenminister im westukrainischen Lwiw (Lemberg) teil.

Hochrangige Vertreter der RĂŒstungsindustrie begleiten Wadephul

"In der Ukraine entscheidet sich, ob unser Europa ein Ort bleibt, an dem Freiheit und MenschenwĂŒrde zĂ€hlen - oder ein Kontinent, auf dem Gewalt Grenzen verschiebt", erklĂ€rte Wadephul. Russlands PrĂ€sident Wladimir Putin wolle keinen Frieden, sondern Eroberung und Unterwerfung um jeden Preis. "Deshalb werden wir unsere Konzentration weiterhin voll auf die UnterstĂŒtzung der Ukraine richten." Daran zeige sich "unsere Standhaftigkeit als EuropĂ€er".

WĂ€hrend die Ukraine wiederholt bewiesen habe, dass sie bereit zu ernsthaften Verhandlungen ĂŒber ein Kriegsende sei, rĂŒcke Putin von keiner Maximalforderung ab, kritisierte Wadephul. Der Kremlchef wolle keine Verhandlungen, sondern Kapitulation. Solange dies der Fall sei, werde man Putins Möglichkeiten weiter durch Sanktionen einschrĂ€nken. Daran arbeite man weiter mit grĂ¶ĂŸtem Druck.

"Arbeiten weiter mit grĂ¶ĂŸtem Druck an Sanktionen"

Am Freitag war die Annahme des 18. Sanktionspakets der EU zunĂ€chst am Widerstand der Slowakei gescheitert. Ein neues Votum wurde auf einen unbestimmten Zeitpunkt verschoben. Die EU-Sanktionen sind vor allem gegen die russische Wirtschaft gerichtet und haben das Ziel, dem Land die finanziellen Mittel fĂŒr eine Fortsetzung des Angriffskrieges gegen die Ukraine zu nehmen.

Politische GesprÀche und Gedenken an Holocaust-Opfer

In Kiew wollte Wadephul unter anderem mit seinem Amtskollegen Andrij Sybiha zusammenkommen und in der GedenkstĂ€tte Babyn Jar der Opfer des Massenmordes an der jĂŒdischen Bevölkerung unter der deutschen Besatzung 1941 gedenken. In der engen Schlucht von Babyn Jar am frĂŒheren Stadtrand von Kiew erschossen die Nationalsozialisten am 29./30. September 1941 mehr als 33 000 jĂŒdische MĂ€nner, Frauen und Kinder.

Wadephuls VorgĂ€ngerin Annalena Baerbock (GrĂŒne) war zuletzt Anfang April als geschĂ€ftsfĂŒhrende Außenministerin nach Kiew gereist. Es war ihre neunte SolidaritĂ€tsreise seit Beginn des Angriffskriegs im Februar 2022. Insgesamt hatte Baerbock seit ihrem Amtsantritt 2021 elf Mal die Ukraine besucht.

Ukraine: Höchste Zahl von Angriffen seit Kriegsbeginn

Die ukrainischen LuftstreitkrÀfte hatten am Wochenende mitgeteilt, dass Russland in der Nacht zum Sonntag mehr als 500 Drohnen, Raketen und Marschflugkörper auf die Ukraine abgefeuert hatte. Die Zahl von insgesamt 537 solcher Angriffe sei die höchste seit Kriegsbeginn, berichteten Medien in der Ukraine. Es gab demnach erneut Verletzte und schwere SchÀden auch an ziviler Infrastruktur.

Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj bekrĂ€ftigte daraufhin Forderungen, mehr Druck auf Putin auszuĂŒben, um so den Krieg zu beenden. Die Ukraine mĂŒsse ihre Flugabwehr stĂ€rken und sei bereit, dafĂŒr vor allem von den USA Flugabwehrsysteme zu kaufen.

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