Bundesbank-Chef, Rentenalter

Bundesbank-Chef: Rentenalter an Lebenserwartung anpassen

10.07.2024 - 06:17:19

Bundesbank-PrÀsident Joachim Nagel fordert, das gesetzliche Rentenalter an die steigende Lebenserwartung anzupassen.

"Das mag politisch unpopulÀr sein, aber ich glaube, an dieser Stelle sind Reformen unumgÀnglich", sagt Nagel im GesprÀch mit dem Berliner "Tagesspiegel". Die Bundesbank gehe davon aus, "dass wir in einer alternden Gesellschaft den Wohlstand nicht erhalten können, ohne VerÀnderungen vorzunehmen".

Konkrete VorschlĂ€ge macht Nagel nicht. Er kritisiert aber, die Rente mit 63 fördere den vorzeitigen Renteneintritt. "Angesichts unserer demografischen Aussichten wĂ€re es aber wichtig, ArbeitskrĂ€fte zu mobilisieren", so der Bundesbank-PrĂ€sident. "Ich bin auch der Auffassung, dass es angemessen wĂ€re, beim gesetzlichen Rentenalter grundsĂ€tzlich die steigende Lebenserwartung zu berĂŒcksichtigen."

Nagel plĂ€diert auch dafĂŒr, es Rentnerinnen und Rentnern zu erleichtern, neben der Rente weiterzuarbeiten. "Wir mĂŒssen grundsĂ€tzlich dafĂŒr sorgen, dass alle Menschen, die gerne arbeiten wĂŒrden, auch arbeiten können", mahnt er. Dazu sei es nötig, die Kinderbetreuung ausbauen und fĂŒr Zuwanderung zu sorgen. Deutschland mĂŒsse fĂŒr auslĂ€ndische FachkrĂ€fte attraktiv bleiben, sonst sei die FachkrĂ€ftelĂŒcke nicht zu schließen.

Der Notenbanker warnt zugleich davor, den Wirtschaftsstandort Deutschland schlechtzureden. "Manch einer sagt, Deutschland sei der kranke Mann Europas. Das ist falsch", so Nagel. Die Auftragslage der Industrie scheine sich zu stabilisieren, auch der Konsum dĂŒrfte bald wieder anziehen. "Deutschland könnte eine gute Turn-Around-Story werden, also eine Erfolgsgeschichte, wenn die strukturellen Probleme beherzt angegangen und gelöst werden."

@ dpa.de