Bundesbank sieht Chancen fĂŒr lĂ€ngeres Wachstum
Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 07:39 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDer Rat der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB) werde alles Nötige tun, damit sie mittelfristig zum Zwei-Prozent-Ziel zurĂŒckkehre, sagte Nagel am Rande der Jahrestagung des Internationalen WĂ€hrungsfonds (IWF) in Bangkok. "Wir haben ja zuletzt zweimal die Leitzinsen erhöht. Wenn die Situation so bleibt, wie sie ist, schlieĂe ich nicht aus, dass wir möglicherweise noch mal nachlegen mĂŒssen."
Nagel betonte zugleich, angesichts der sehr volatilen Marktumgebung sei der "Sitzungs-zu-Sitzungs-Ansatz" genau richtig, um auf der dann zur VerfĂŒgung stehenden Datengrundlage neu zu entscheiden, wie es zinsseitig weitergeht. FĂŒr Deutschland dĂŒrfte 2026 laut Prognosen das sechste Jahr in Folge mit einer Inflationsrate ĂŒber der Zwei-Prozent-Marke werden. Da auch in anderen groĂen Euro-LĂ€ndern wie Frankreich und Spanien die Preise anziehen, erwarten Ăkonomen, dass die EZB in diesem Jahr die Leitzinsen ein drittes Mal anhebt. Im September war die Inflation in der Eurozone auf 3,8 Prozent gestiegen.
Der Bundesbank-Chef hob hervor, dass der IWF seine Wachstumsprognose fĂŒr Deutschland fĂŒr 2026 auf 1,3 Prozent heraufgesetzt hat. Die EinschĂ€tzung eines "Strohfeuers" wĂŒrde er nicht teilen, sagte er zu einer entsprechenden Frage. Man sehe nach ersten Effekten in diesem Jahr, dass es sich im kommenden Jahr und möglicherweise noch ins Jahr 2028 hinein fortsetze. Wenn dies mit einer Umsetzung des Reformpakets der Bundesregierung und Impulsen durch KĂŒnstliche Intelligenz zusammenkomme, könnte ein Momentum entstehen. Die Zahlen hĂ€tten "durchaus Aufholpotenzial in die richtige Richtung", sagte Nagel.
