EU, Finanzindustrie

Bundesbank sieht keinen Handlungsdruck fĂŒr weitere Zinssenkungen

12.09.2025 - 18:26:43

BundesbankprĂ€sident Joachim Nagel sieht derzeit keine Notwendigkeit fĂŒr die EuropĂ€ische Zentralbank, die Zinsen weiter zu senken.

"Es besteht derzeit kein Handlungsdruck, das am Donnerstag bestĂ€tigte Zinsniveau erlaubt es uns, die weitere Entwicklung abzuwarten", sagte Nagel der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Samstagsausgabe) und der italienischen Zeitung "Il Sole 24 Ore". Der EZB-Rat hatte auf seiner September-Zinssitzung am Donnerstag beschlossen, die Leitzinsen unverĂ€ndert zu lassen; ĂŒber das weitere Vorgehen hatte EZB-PrĂ€sidentin Christine Lagarde sich bedeckt gehalten. "Im August lag die Inflationsrate im Euroraum mit 2,1 Prozent nur minimal ĂŒber unserem mittelfristig angepeilten Ziel", sagte Nagel weiter. Und nach den neuen Prognosen der EZB-Ökonomen werde sich die Inflation in den kommenden ein, zwei Jahren nahe bei zwei Prozent bewegen. "Wir haben die zweistelligen Inflationsraten vom Herbst 2022 wieder eingefangen", sagte er.

"Das war eine bittere Zeit, vor allem fĂŒr Geringverdiener." Jetzt herrsche PreisstabilitĂ€t, so Nagel. "Das ist eine gute Nachricht fĂŒr Verbraucher, ob in Deutschland, Italien oder anderswo im Euroraum." Auch zu den gekippten milliardenteuren PlĂ€nen fĂŒr eine neue Zentrale in Frankfurt Ă€ußerte sich der BundesbankprĂ€sident. "Aktuell erstellen wir eine Kosten-Nutzen-Analyse fĂŒr das historische HauptgebĂ€ude", sagte Nagel. "Auf Basis der Ergebnisse entscheiden wir, ob wir es sanieren und dann dorthin zurĂŒckkehren oder eine Alternative in Frankfurt wĂ€hlen." Er selbst finde das historische GebĂ€ude "eindrucksvoll". Der Bau beeindrucke schon durch seine schiere GrĂ¶ĂŸe, und die Fassade aus nacktem Beton verstĂ€rke diesen Eindruck noch, sagte Nagel. "Aber es ist nicht das GebĂ€ude, das die Bundesbank ausmacht, es sind die Menschen, die fĂŒr sie arbeiten."

@ dts-nachrichtenagentur.de