CSU-Außenexperte, Mayer

CSU-Außenexperte Mayer: Weiter Dissens mit Merz zu Israel

11.08.2025 - 05:20:04

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) schlĂ€gt auch nach seiner öffentlichen ErklĂ€rung zum Teilstopp von RĂŒstungsexporten nach Israel Widerspruch aus der Union entgegen.

Der CSU-Politiker Stephan Mayer sagte dem "Tagesspiegel" nach Beratungen der Arbeitsgruppe AuswĂ€rtiges der Unionsfraktion, er habe VerstĂ€ndnis fĂŒr die Besorgnis des Kanzlers bezĂŒglich der humanitĂ€ren Lage im Gazastreifen und der Entscheidung des israelischen Sicherheitskabinetts, die Offensive auszuweiten.

"In der Analyse sind wir nicht auseinander. Die Frage ist, ob die Entscheidung eines partiellen Waffenlieferungsstopps die richtige Antwort darauf ist. Da habe ich und viele andere Kollegen eine andere Auffassung", betonte Mayer, der der AG angehört.

Merz hatte am Freitag verkĂŒndet, Deutschland werde keine RĂŒstungsgĂŒter mehr nach Israel exportieren, die im Gazastreifen eingesetzt werden könnten. DafĂŒr schlug ihm aus den eigenen Reihen von CDU und CSU deutliche Kritik entgegen. Am Sonntag berieten die Außenexperten der Fraktion. Zugleich rechtfertigte der Kanzler in den ARD-"Tagesthemen" die Entscheidung, betonte aber auch, an den GrundsĂ€tzen der deutschen Israel-Politik Ă€ndere sich nichts. "Ich habe diese Entscheidung nicht allein getroffen, aber es ist dann am Ende des Tages eine Entscheidung, die ich allein verantworten muss. Und ich verantworte sie auch allein", sagte der Kanzler.

Mayer bezweifelte, dass die Entscheidung der Regierung den Zielen - also der Freilassung der von der Hamas noch festgehaltenen Geiseln und der Verbesserung der humanitÀren Situation im Gazastreifen - Rechnung trÀgt. "Da haben wir einen Dissens", betonte der CSU-Politiker. Er verwies zugleich darauf, dass die Entscheidung der Regierung vorlÀufig sei. "Ich hoffe, dass er sich schon in einigen Wochen in der Lage sieht, eine Revision der Entscheidung vorzunehmen", sagte Mayer.

@ dpa.de