Scholz warnt vor Eskalation wegen Nordkoreas Truppeneinsatz
19.11.2024 - 17:27:35AuĂerdem habe der Kanzler berichtet, wie "ernĂŒchternd" sein GesprĂ€ch mit dem russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin gewesen sei, teilte ein Regierungssprecher nach dem gut 30-minĂŒtigen Treffen am Rande des G20-Gipfels in Rio de Janeiro mit. AuĂerdem sei es um den Krieg im Nahen Osten und die wirtschaftlichen Beziehungen gegangen.
Laut Chinas amtlicher Nachrichtenagentur Xinhua sprachen Xi und Scholz auch ĂŒber die E-Autozölle der EU. China habe stets darauf bestanden, Differenzen durch Dialog zu lösen und hoffe, dass Deutschland in dieser Hinsicht weiterhin eine wichtige Rolle spielen werde, sagte Xi. Die EuropĂ€ische Union hatte im Oktober mit Strafzöllen auf die staatlichen Subventionen Pekings fĂŒr E-Autos reagiert - gegen den Widerstand des Kanzlers.
Scholz warnt vor Waffenlieferungen an Russland
FĂŒr Scholz war der Ukraine-Krieg aber das wichtigste Thema des GesprĂ€chs. Bereits vorher hatte er angekĂŒndigt, dass er ĂŒber RĂŒstungsexporte nach Russland sprechen wolle. "Es ist immer ein Thema meiner GesprĂ€che, alle davor zu warnen, dass sie letale Waffen an Russland liefern. Und deshalb wird das auch in Zukunft der Fall sein, ein zentrales Thema", sagte er am Montag. Nach Angaben von AuĂenministerin Annalena Baerbock (GrĂŒne) geht die Bundesregierung davon aus, dass China Russland mit Drohnen unterstĂŒtzt. Am Rande eines EU-Treffens in BrĂŒssel drohte sie China am Montag deswegen mit Sanktionen.
10.000 nordkoreanische Soldaten in Region Kursk
Den Einsatz nordkoreanischer Truppen sprach Scholz an, weil China noch am ehesten Einfluss auf Nordkoreas kommunistischen Diktator Kim Jong Un hat. Medienberichten zufolge hat Russland rund 50.000 Soldaten, darunter auch mehr als 10.000 KĂ€mpfer aus Nordkorea im Gebiet Kursk zusammengezogen.
Sie sollen bei einer bevorstehenden GroĂoffensive die ukrainischen Truppen aus dem Land verdrĂ€ngen, die im Sommer bei einem ĂŒberraschenden VorstoĂ dort ein Gebiet von etwa 1000 Quadratkilometer unter ihre Kontrolle gebracht haben. Erste ZusammenstöĂe zwischen nordkoreanischen und ukrainischen Soldaten hat es nach Angaben aus Kiew schon gegeben - auch wenn sich diese Angaben unabhĂ€ngig bislang nicht bestĂ€tigen lassen.
"Niemand soll sich vor seinem Nachbarn fĂŒrchten mĂŒssen"
Scholz warb hat bei dem Treffen mit Xi dafĂŒr, sich gemeinsam fĂŒr Frieden und Sicherheit in der Welt einzusetzen. "Niemand soll sich vor seinem Nachbarn fĂŒrchten mĂŒssen. Ein ganz zentrales Prinzip des Friedens in der Welt, fĂŒr das wir uns jedenfalls sehr intensiv einsetzen", sagte er. Ein solcher Satz kann als Hinweis auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine verstanden werden aber auch auf Taiwan, das sich massiv von seinem Nachbarn China bedroht fĂŒhlt.
Xi mahnte, dass die globale Entwicklung an einem kritischen Scheideweg stehe und Konflikte sowie WidersprĂŒche entstĂŒnden. Sicherheit und Frieden zu sichern sei eine PrĂŒfung, der sich alle LĂ€nder stellen mĂŒssten, sagte Xi. China sei bereit, mit Deutschland zusammenzuarbeiten, um die umfassende strategische Partnerschaft beider LĂ€nder zu festigen.

