Scholz will Beziehungen zu SĂŒdostasien ausbauen
11.03.2024 - 22:04:00 | dpa.de"Der Indopazifik-Raum ist von groĂer Bedeutung fĂŒr Deutschland und die EuropĂ€ische Union", sagte Scholz am Montag nach einem Treffen mit dem malaysischen Premierminister Anwar Ibrahim in Berlin. "Wir wollen die politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit deshalb intensiv vertiefen."
Die Ampel-Regierung von Kanzler Scholz hat sich schon vor lĂ€ngerer Zeit vorgenommen, seine wirtschaftliche AbhĂ€ngigkeit von China zu verringern und dazu die Partnerschaften mit anderen asiatischen Staaten auszubauen. Das ist auch eine Lehre aus dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, in dessen Folge die Gaslieferungen aus Russland gekappt wurden, die viele Jahrzehnte einen groĂen Teil der deutschen Energieversorgung sicherten.
Scholz hatte im November 2022 bereits Vietnam, Singapur und im Rahmen des G20-Gipfels Indonesien besucht. Nun werden nach dem malaysischen Regierungschef in den nÀchsten beiden Tagen der philippinischen StaatsprÀsident Ferdinand Marcos und der thailÀndische Premierminister Srettha Thavisin in Berlin zu Gast sein.
Mit Malaysia strebt Deutschland unter anderem eine engere Zusammenarbeit in Fragen des Klimaschutzes und den Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien an. "Deswegen sind wir sehr froh ĂŒber die AnkĂŒndigung Malaysias, auf den Neubau von Kohlekraftwerken zu verzichten und den Anteil der erneuerbaren Energien dramatisch zu erhöhen."
Deutliche Differenzen wurden zwischen Scholz und Ibrahim beim Thema Nahost deutlich. Malaysia unterhĂ€lt Beziehungen zur islamistischen Hamas. Premierminister Ibrahim hatte im November gesagt, auch mögliche US-Sanktionen wĂŒrden ihn davon nicht abbringen. "Wir sehen die Hamas nicht als Terrororganisation."
Die brutale Terrorattacke der Hamas auf Israel vom 7. Oktober hatte den Gaza-Krieg mit Israel ausgelöst. Ibrahim betonte in Berlin, dass der Konflikt zwischen Israel und den PalĂ€stinensern nicht erst an diesem Tag begonnen habe. "Es gab vier Jahrzehnte der GrĂ€ueltaten, PlĂŒnderungen und Enteignungen der PalĂ€stinenser", sagte der Premierminister des muslimisch geprĂ€gten Landes. Er betonte auch, dass Malaysia nur Beziehungen zum "politischen Arm der Hamas" unterhalte und nicht zu militĂ€rischen Gruppierungen.
Scholz betonte, dass Israel jedes Recht habe, sich gegen den Terror der Hamas zu verteidigen. Er warb aber auch erneut fĂŒr eine lĂ€nger anhaltende Waffenruhe im Gaza-Streifen, die dazu beitragen sollte die israelischen Geiseln der Hamas freizubekommen und humanitĂ€re Hilfe zu ermöglichen.
Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.

