CATL, Batteriehersteller

CATL: Batteriehersteller verpflichtet Lieferer ab 2027 zur CO2-Bilanz

Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 22:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

CATL erreicht Klimaneutralität in der Produktion und fordert nun auch von Partnern mehr Transparenz beim CO2-Ausstoß.

CATL: Komplette Batteriefertigung CO2-neutral – strengere Vorgaben für Lieferanten ab 2027
Automatisierte Produktionslinie in einer modernen Batteriefabrik mit Fokus auf Lithium-Ionen-Zellen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der weltgrößte Batteriehersteller CATL hat seine Kernproduktion für CO2-neutral erklärt und verschärft nun die Anforderungen an Zulieferer. Bis 2035 soll die gesamte Lieferkette klimaneutral werden.

Bei einer Fachveranstaltung in Ningde gab das Unternehmen bekannt, das Ziel planmäßig Ende 2025 erreicht zu haben. Alle 20 Batteriewerke sind nach dem Standard ISO 14068-1 als CO2-neutral zertifiziert.

Dekarbonisierung als Wachstumsmotor

Der Meilenstein markiert einen Strategiewechsel: CATL begreift Klimaschutz nicht länger als Pflichtübung, sondern als zentralen Wachstumshebel. Nach der operativen Klimaneutralität (Scope 1 und 2) richtet der Konzern den Fokus nun auf die gesamte Wertschöpfungskette.

Der Aktionsplan umfasst den kompletten Lebenszyklus der Batterie – von der Rohstoffgewinnung über die Komponentenfertigung bis zum Recycling. Vorstandschef Robin Zeng betonte, CO2-neutrale Batterien seien angesichts globaler Netto-Null-Ziele „keine Option, sondern eine Notwendigkeit".

Strengere Regeln für Lieferanten

Ab 2027 müssen neue Zulieferer detaillierte Daten zum CO2-Fußabdruck ihrer Produkte vorlegen. Der Einsatz erneuerbarer Energien fließt direkt in die jährliche Partnerbewertung ein. Wer eine bessere CO2-Bilanz vorweist, soll von günstigeren Vertragskonditionen profitieren.

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Die Bilanz der vergangenen Jahre kann sich sehen lassen: Die Emissionsintensität sank um rund 77 Prozent, während der Absatz von Lithium-Ionen-Batterien um das 2,3-Fache stieg. 2025 erreichte das Produktionsvolumen 748 GWh. Zur Überwachung nutzt CATL das eigene Managementsystem CCMS, das Daten von über 1.000 Produkt- und Rohstoffmodellen erfasst.

Druck aus Brüssel

Die Offensive kommt nicht zufällig: Die EU-Batterieverordnung verlangt bereits seit 2025 eine CO2-Fußabdruck-Erklärung für alle Batterien auf dem europäischen Markt. Auch die G7-Staaten drängen auf sicherere und nachhaltigere Lieferketten für kritische Rohstoffe.

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Analysten sehen in CATLs Vorstoß vor allem eines: den Versuch, die Marktführerschaft über technologische Standards abzusichern. Während Konkurrenten wie LG Energy Solution Ziele bis 2050 anpeilen, setzt CATL mit der Kopplung von CO2-Daten an Einkaufsbedingungen einen neuen Maßstab – und erhöht damit den Druck auf die gesamte Branche.

Den Kreislauf schließen soll schließlich das Recycling: Über Tochtergesellschaften wie Brunp Recycling will der Konzern grüne Logistik und Batterie-Wiederverwertung massiv ausbauen.

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