CBAM-Studie, Carbon

CBAM-Studie: Carbon Leakage sinkt von 40 auf 15 Prozent

22.06.2026 - 02:54:46 | boerse-global.de

Potsdam-Institut belegt: EU-Grenzausgleich senkt Emissionsverlagerung deutlich. Globale CO?-Reduktion steigt bei Reaktion der Handelspartner um 73 Prozent.

CBAM-Studie: Carbon Leakage sinkt drastisch auf 15 Prozent
CBAM-Studie - Eine Weltkugel mit leuchtenden Handelsrouten und Industriesilhouetten im Hintergrund, die globale Klimapolitik und Emissionen symbolisiert. 22.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der CO?-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) kann die Verlagerung von Emissionen in Länder mit laxeren Klimaschutzauflagen massiv reduzieren. Das zeigt eine aktuelle Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). Demnach sinkt das sogenannte Carbon Leakage von bisher 40 auf nur noch 15 Prozent.

Studie zeigt globale Hebelwirkung

Die Wirksamkeit des Grenzausgleichs hängt stark von der Reaktion internationaler Handelspartner ab. Das PIK legte seiner Berechnung einen CO?-Preis von 100 Dollar pro Tonne zugrunde. Reagieren Partner wie Kanada, Japan, Südkorea und Taiwan mit eigenen Maßnahmen, steigt die globale CO?-Reduktion um 691 Millionen Tonnen. Das entspricht einer Steigerung von 73 Prozent im Vergleich zu den Effekten, die die EU allein erzielen würde.

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Der Mechanismus umfasst aktuell Importe von Stahl, Aluminium, Zement, Düngemittel, Strom und Wasserstoff. Er soll die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie wahren, während diese durch das Emissionshandelssystem (ETS) mit CO?-Kosten belastet wird. Die Abgabe auf Importe aus Ländern ohne vergleichbare Bepreisung schafft einen Anreiz für Handelspartner, eigene Klimastandards zu verschärfen.

EU plant Ausweitung auf Haushaltsgeräte

Die Mitgliedsstaaten planen, den CBAM auf weitere Produktgruppen auszuweiten. Künftig könnten auch Waschmaschinen und Kühlschränke in den Anwendungsbereich fallen. Ein entsprechender Beschluss erfordert noch die formale Zustimmung des Europäischen Parlaments und der Mitgliedsstaaten.

Die geplante Erweiterung erfolgt vor dem Hintergrund einer zunehmend protektionistischen Handelspolitik. Die EU-Kommission bereitet weitere Maßnahmen vor, um Handelsungleichgewichte auszugleichen. Das Handelsbilanzdefizit mit China belief sich 2025 auf 360,6 Milliarden Euro – ein Anstieg von 15 Prozent.

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Neue Zölle und Gebühren ab Juli

Parallel zu den klimapolitischen Instrumenten verschärft die EU die Regeln für den Warenverkehr aus Drittstaaten. Ab dem 1. Juli 2026 gilt ein Pauschalzoll von 3 Euro auf Kleinsendungen mit einem Wert unter 150 Euro. Für November 2026 ist eine zusätzliche Bearbeitungsgebühr geplant.

Die EU-Kommission bereitet zudem Zölle von bis zu 35 Prozent auf Plug-in-Hybride aus China vor. Diese Maßnahmen sollen europäische Industriestandards und Klimaziele gegenüber internationaler Konkurrenz absichern, die unter weniger strengen Regeln produziert.

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