Merz im ersten Wahlgang durchgefallen
06.05.2025 - 10:24:55Er erhielt in geheimer Abstimmung 310 von 621 abgegebenen Stimmen und damit 6 weniger als die nötige Mehrheit von 316. Die Koalitionsfraktionen CDU/CSU und SPD haben zusammen 328 Sitze im Parlament. Es ist ein Novum: Noch nie ist nach einer Bundestagswahl und erfolgreichen Koalitionsverhandlungen ein designierter Kanzler bei der Wahl im Bundestag gescheitert.
Das Grundgesetz regelt auch diesen Fall. In Artikel 63, der die Regeln fĂŒr die Kanzlerwahl enthĂ€lt, ist festgehalten: "Wird der Vorgeschlagene nicht gewĂ€hlt, so kann der Bundestag binnen 14 Tagen nach dem Wahlgang mit mehr als der HĂ€lfte seiner Mitglieder einen Bundeskanzler wĂ€hlen."
Grundgesetz gibt Frist von zwei Wochen
Sollte Merz den Eindruck gewinnen, er könnte in einem zweiten Wahlgang mehr Erfolg haben als im ersten, kann er jederzeit wieder antreten. Innerhalb der zweiwöchigen Frist kann es beliebig viele WahlgÀnge mit verschiedenen Kandidatinnen und Kandidaten geben. Aber auch sie brauchen die absolute Mehrheit von mindestens 316 Stimmen, um gewÀhlt zu sein.
SpÀter einfache statt absolute Mehrheit
Schafft das niemand, dann werden im nĂ€chsten Schritt die Anforderungen gesenkt. Nun reicht fĂŒr die Wahl die einfache Mehrheit. Im Grundgesetz heiĂt es: "Kommt eine Wahl innerhalb dieser Frist nicht zustande, so findet unverzĂŒglich ein neuer Wahlgang statt, in dem gewĂ€hlt ist, wer die meisten Stimmen erhĂ€lt."
Wenn der oder die GewÀhlte die Kanzlermehrheit erhÀlt, muss der BundesprÀsident ihn oder sie innerhalb von sieben Tagen nach der Wahl ernennen. Bei einer Wahl nur mit einfacher Mehrheit kann der BundesprÀsident alternativ auch binnen sieben Tagen den Bundestag auflösen und eine Neuwahl ansetzen.

