ChatGPT-Werbung: Hamburg und Berlin warnen vor Profiling mit Chatverläufen
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 02:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Datenschutzbeauftragten aus Hamburg und Berlin haben am 2. Oktober 2026 vor Plänen des KI-Entwicklers OpenAI gewarnt, Nutzerprofile für personalisierte Werbung in Europa zu erstellen. Nach Angaben der Aufsichtsbehörden sollen sowohl frühere als auch aktuelle Chatverläufe sowie Geräte- und Nutzungsdaten in das Profiling einfließen. Betroffen von diesen Maßnahmen seien die Versionen Free sowie das Abonnement ChatGPT Go.
Datenbasis und Bedingungen für Werbeeinblendungen
Das Unternehmen OpenAI hatte seine Datenschutzrichtlinie bereits Ende August angepasst. Während in Deutschland seit dem 24. August 2026 kontextbezogene Werbung ausgespielt wird, ist der offizielle Starttermin für die profilbasierte Personalisierung im Europäischen Wirtschaftsraum sowie in der Schweiz derzeit noch offen.
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Nach Einschätzung der Behörden aus Hamburg und Berlin setzt eine gezielte Profilwerbung eine ausdrückliche Einwilligung der Nutzer voraus. Eine Ablehnung dieser Personalisierung verhindere Werbeeinblendungen jedoch nicht vollständig: Auch ohne Zustimmung bleibe kontextbezogene Werbung bestehen, die sich am aktuellen Chatverlauf, dem ungefähren Standort und der eingestellten Sprache orientiert.
Eine Studie von OpenAI zeige zudem, dass rund 49 % der Eingaben Fragen sind, was die Bedeutung des jeweiligen Kontexts für Werbetreibende unterstreicht.
Reaktionen der Aufsichtsbehörden und Tarifstrukturen
Bereits am 1. Oktober 2026 sprach auch die Landesbeauftragte für den Datenschutz Niedersachsen eine Warnung vor personalisierter Werbung in KI-Chatbots aus. Die Behörde verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass der Tarif ChatGPT Go 8 Euro pro Monat kostet. Neben Hamburg äußerte sich auch Berlin warnend zu der geplanten Praxis.
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Die Hamburger und Berliner Stellen stellten klar, dass es sich bei ihren aktuellen Veröffentlichungen um präventive Nutzerhinweise handelt und nicht um ein förmliches Verfahren gegen OpenAI.
Empfehlungen für den Schutz persönlicher Daten
Um die Privatsphäre zu wahren, raten die Behörden aus Hamburg und Berlin den Anwendern zu mehreren konkreten Schutzmaßnahmen. Nutzer sollten die Personalisierung für Werbezwecke ablehnen, bestehende Erinnerungen im System prüfen oder löschen und die Verwendung eigener Daten für das Modelltraining abschalten.
Darüber hinaus wird empfohlen, den Chatverlauf regelmäßig zu leeren, keine vertraulichen Informationen in die Maske einzugeben und sensible Themen ausschließlich über temporäre Chats zu behandeln. Als weitere Alternative verweisen die Datenschützer auf die Nutzung werbefreier Tarife.
