Elektroauto, Tesla

Jedes zweite Auto mit Elektroantrieb fÀhrt in China

02.08.2023 - 14:03:16

China baut seinen Vorsprung als wichtigster Markt fĂŒr Autos mit Elektroantrieb immer weiter aus. Die Nachfrage nach Stromern bleibt dort aktuell hoch, obwohl der Automarkt insgesamt schwĂ€chelt.

Mehr als die HĂ€lfte aller reinen Elektroautos und Plug-in-Hybride der Welt fĂ€hrt auf chinesischen Straßen. Laut einer Analyse des Stuttgarter Forschungsinstitutes ZSW, die der Deutschen Presse-Agentur vorab vorlag, kletterte der dortige Bestand bis zum Jahreswechsel auf 14,6 Millionen Fahrzeuge. Das sind 53 Prozent der laut ZSW weltweit 27,7 Millionen Stromer.

Auf den weiteren PlÀtzen folgen die USA mit 3,4 und Deutschland mit 1,9 Millionen E-Autos, Frankreich mit 1,1 Millionen und das Vereinigte Königreich mit einer Million.

Rasantes Wachstum

Und der Vorsprung Chinas als grĂ¶ĂŸter und wichtigster Markt fĂŒr die Stromer wĂ€chst: Vergangenes Jahr wurden dort laut ZSW 6,5 Millionen reine Elektroautos und Plug-in-Hybride neu zugelassen - das sind knapp 61 Prozent der weltweiten Neuzulassungen in dieser Fahrzeugkategorie. Auch hier geht der zweite Platz an die USA - mit knapp einer Million - vor Deutschland mit 833.000.

«Die Zahlen zeigen eindeutig, dass der weltweite Trend zur nachhaltigen MobilitĂ€t trotz vieler Krisen 2022 weiter ungebrochen ist», sagt Andreas PĂŒttner vom ZSW. «Wenn Deutschland aber auf das selbstgesteckte Ziel von 15 Millionen Elektrofahrzeugen bis Ende 2030 kommen will, mĂŒssen hierzulande jedes Jahr mindestens doppelt so viele Fahrzeuge wie 2022 neu zugelassen werden.» Chinas rasantes Wachstum bei der ElektromobilitĂ€t im vergangenen Jahr begrĂŒndet PĂŒttner mit Fördermaßnahmen der Regierung und den dort relativ niedrigen Preisen.

Auch aktuell wÀchst die Bedeutung der Stromer in China krÀftig. WÀhrend die Auto-Auslieferungen insgesamt im Juli um rund 5 Prozent sanken, wuchs der Bereich der alternativen Antriebe, zu dem neben reinen batterieelektrischen Fahrzeugen auch Plug-in-Hybride und Brennstoffzellenfahrzeuge gezÀhlt werden, um rund ein Drittel.

Laut Branchenverband PCA (China Passenger Car Association) waren es 647.000 Fahrzeuge. Bei der gegenwĂ€rtigen Entwicklung der VerkĂ€ufe rechnen Branchenkenner damit, dass Elektroautos die Verbrenner in der Volksrepublik bald ĂŒberholen werden.

Wie steht Tesla da?

Bei den einzelnen Herstellern zĂ€hlt das ZSW nicht die BestĂ€nde sondern die kumulierten Neuzulassungen der jeweiligen Konzerne. Diese sind in der Regel etwas höher als die BestĂ€nde, da ja auch Fahrzeuge bei UnfĂ€llen zerstört werden, kaputt gehen oder aus anderen GrĂŒnden aus dem Bestand verschwinden. Mit 3,6 Millionen Autos liegt hier - noch - Tesla vorne.

Der Vorsprung des US-amerikanischen Unternehmens ist um gut eine halbe Million Autos geschrumpft, denn die Nummer zwei, BYD aus China, hat krÀftig aufgeholt und liegt nun bei 3,3 Millionen. SAIC, ebenfalls chinesisch, verdrÀngt mit inzwischen 2,4 Millionen den VW-Konzern vom dritten Platz. Die Wolfsburger rutschen mit 2,3 Millionen auf Rang 4, gefolgt von BMW mit 1,3 Millionen.

Bei den Neuzulassungen hatte BYD vergangenes Jahr bereits die Nase vorn und kommt auf 1,8 Millionen. Dahinter folgt Tesla mit 1,3 Millionen und auch hier verdrÀngt SAIC mit knapp 1,2 Millionen VW vom dritten Platz. Die Wolfsburger liegen laut ZSW mit 831.000 auf Rang 4. BMW kommt mit 433.000 auf Platz 6, Mercedes mit 319.000 auf den achten Rang.

China deckt das gesamte Segment ab

«Wenn Deutschland nicht abgehĂ€ngt werden will, dĂŒrfen sich die deutschen Autobauer nicht nur im Premiumsegment bewegen, zumal chinesische Unternehmen sukzessive auf den außerchinesischen Markt drĂ€ngen», betonte PĂŒttner. Denn chinesische Hersteller deckten die komplette Pkw-Bandbreite ab: vom Kleinst-Pkw bis zu den großen Premiumfahrzeugen. Das reiche fĂŒr einen Marktanteil von rund 50 Prozent.

Die hĂ€ufigsten Elektroautomodelle der Welt sind der Analyse zufolge allerdings nach wie vor Teslas: Das Model 3 kommt auf 1,8 Millionen StĂŒck, das Model Y auf 1,2 Millionen. Deutsche Hersteller sind in dieser Kategorie nicht unter den ersten zehn vertreten.

@ dpa.de