Chinas, Exportkontrollen

Chinas Exportkontrollen verteuern seltene Erden

08.07.2025 - 05:40:37

China setzte seine wirtschaftliche StÀrke schon als Machtinstrument ein, bevor US-PrÀsident Trump seine zweite Amtszeit antrat. Die VerschÀrfung des Handelskonflikts trifft die deutsche Industrie.

Die fĂŒr die Industrie wichtigen seltenen Erden haben sich nach der VerschĂ€rfung der chinesischen ExporthĂŒrden stark verteuert. Die Preise fĂŒr die 17 unter dem Oberbegriff zusammengefassten Metalle stiegen im Mai auf Dollarbasis insgesamt um acht Prozent, wie die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw) in ihrem monatlichen Rohstoffpreisindex ermittelt hat. Die Volkswirte der DZ Bank gehen davon aus, dass sich die AbhĂ€ngigkeit Deutschlands, der USA und anderer westlicher Staaten von chinesischen Lieferungen nicht schnell reduzieren lĂ€sst und Peking damit ein politisches Druckmittel erhalten bleiben wird.

Deutsche Industrie leidet unter US-Streit mit China

Die Pekinger FĂŒhrung hatte als Revanche fĂŒr die von US-PrĂ€sident Donald Trump angekĂŒndigten Strafzölle im Exportkontrollen fĂŒr sieben seltene Erden verhĂ€ngt. Laut vbw-Index sind die Preise dieser Metalle noch viel stĂ€rker gestiegen. So verteuerte sich demnach Terbium um knapp 19 Prozent, Gadolinium um knapp 17 Prozent und Samarium um ĂŒber 15 Prozent. «Mitverantwortlich fĂŒr diese Entwicklung ist der Handelskonflikt zwischen den USA und China, infolgedessen die chinesische Regierung Exportkontrollen fĂŒr viele wichtige seltene Erden und Magnete eingefĂŒhrt hat», sagte vbw-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Bertram Brossardt.

China hat bei der Verarbeitung seltener Erden ein Quasi-Monopol

Die Metalle sind fĂŒr die Herstellung elektronischer Bauteile und von Magneten in der Elektronik-, Auto- und RĂŒstungsindustrie von Bedeutung. In der Volksrepublik werden nach unterschiedlichen SchĂ€tzungen an die zwei Drittel der Seltenen Erden abgebaut und 90 Prozent fĂŒr die industrielle Verwendung aufgearbeitet. 

Pekings schÀrfstes Schwert in Handelskonflikten

Mit den ExportbeschrĂ€nkungen fĂŒr seltene Erden und Magnete habe China im Handelsstreit mit den Vereinigten Staaten offenbar mit Erfolg sein wohl schĂ€rfstes Schwert gezogen, heißt es in der Analyse der DZ Bank mit Blick darauf, dass die Trump-Regierung sich anschließend sehr viel kompromissbereiter zeigte als vorher. «Die schnell entstandenen EngpĂ€sse und drohenden Produktionsunterbrechungen in deutschen SchlĂŒsselindustrien sollten jedoch ein Weckruf sein, dass sich Deutschland dringend gegen vergleichbare Situationen in der Zukunft wappnen muss», schreiben die Ökonomin Monika Boven und ihr Mitarbeiter Bastian Reßing. 

Sie empfehlen den Aufbau einer strategischen Rohstoffreserve, Recycling und Freihandelsabkommen beziehungsweise Partnerschaften mit anderen LieferlÀndern. Zuvor hatte der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) vor wachsender AbhÀngigkeit von China bei kritischen Rohstoffen gewarnt.

@ dpa.de