Zollstreit: China wirbt in Lateinamerika um Handelspartner
11.05.2025 - 11:38:08China wirbt im laufenden Zollstreit mit den USA fĂŒr mehr Handel mit LĂ€ndern in Lateinamerika und der Karibik. Die Volksrepublik glaube, dass der Â«ĂŒbergroĂe Markt» Chinas mehr Möglichkeiten fĂŒr Produkte jener LĂ€nder biete, sagte der hochrangige Beamte Miao Deyu in Peking. Er nannte ein jĂŒngstes Abkommen mit Brasilien zum Kauf von Sojabohnen durch China.Â
China lade die LĂ€nder deshalb zu mehr Kooperation im Handel ein, sagte der im chinesischen AuĂenamt fĂŒr Lateinamerika zustĂ€ndige FunktionĂ€r angesprochen auf die Frage, ob China nun seine fĂŒr die USA bestimmten Exporte nach Lateinamerika umleite. 2024 machten Ausfuhren in die USA laut Miao 14,7 Prozent von Chinas Gesamtexporten aus.Â
Am Wochenende trafen sich Vertreter Washingtons und Pekings in Genf in der Schweiz, um ĂŒber die Zölle zu sprechen. Die USA erheben seit April 145 Prozent Zusatzzölle auf Importe aus China. Peking steuerte mit 125 Prozent AufschlĂ€gen auf US-Waren gegen. Washington habe die Zölle als Waffe eingesetzt, um Druck auszuĂŒben, sagte Miao. Peking wolle dagegen die internationale Handelsordnung schĂŒtzen und den Konsum im Inland verbessern.Â
Treffen in kommender Woche
China versucht sich international schon lĂ€nger als zuverlĂ€ssiger Handelspartner zu positionieren. Doch die Volksrepublik hat mit vielen LĂ€ndern HandelsĂŒberschĂŒsse - auch mit der EU, die sich bereits mit Zöllen gegen billige E-Autos aus Fernost schĂŒtzt. Die schwache Nachfrage in China gilt auĂerdem als groĂes Problem fĂŒr die zweitgröĂte Volkswirtschaft der Welt.Â
In der kommenden Woche lÀdt die Regierung zahlreiche Staats- und Regierungsvertreter der Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten (CELAC) zu einem Forum in Peking ein. Teil des Treffens soll neben einer gemeinsamen ErklÀrung ein Aktionsplan bis 2027 mit Kooperationen in Rohstoffen, Nahrungsmitteln und Infrastruktur sein.


