ROUNDUP, Vucic

Xi und Vucic beschwören 'eiserne' Freundschaft zwischen ihren LÀndern

08.05.2024 - 15:58:52

Chinas PrÀsident Xi Jinping hat bei einem Besuch in Serbien das gute VerhÀltnis der beiden LÀnder betont.

Mit GesprÀchen in der Hauptstadt Belgrad setzte Xi am Mittwoch seine Europa-Reise fort. Die Begegnungen mit Serbiens PrÀsident Aleksandar Vucic verliefen im Zeichen der Harmonie und nahezu gleichlautender politischer Ansichten.

Die beiden Politiker unterzeichneten eine "Gemeinsame ErklĂ€rung zur Vertiefung und StĂ€rkung der umfassenden strategischen Partnerschaft", wie der staatliche Fernsehsender RTS berichtete. "Wir haben GlĂŒck, dass wir in der Volksrepublik China immer einen Freund hatten", sagte Vucic anschließend. Xi bezeichnete das VerhĂ€ltnis Chinas zum Gastland als "eiserne Freundschaft".

FĂŒr die politischen GesprĂ€che am Mittwoch rollte das Protokoll den roten Teppich vor dem Serbien-Palast aus. Eine große Zahl von BĂŒrgern jubelte Xi und Vucic zu, als sie den Amtssitz des serbischen PrĂ€sidenten betraten. Die Menschen seien mit Bussen aus allen Teilen Serbiens hergekarrt worden, schrieb das unabhĂ€ngige Nachrichtenportal "nova.rs".

Vor der Ankunft am Dienstagabend in Belgrad hatte ein Jagdgeschwader der serbischen Luftwaffe Xis Maschine begleitet, als sie den serbischen Luftraum erreicht hatte, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tanjug berichtete. 3400 Polizisten sorgten fĂŒr die Sicherheit des hohen Gastes, der an der Spitze einer 400-köpfigen Delegation eintraf.

Die Delegationen unterschrieben darĂŒber hinaus 28 zwischenstaatliche Abkommen und Memoranden. Sie beinhalten die Zusammenarbeit in den Bereichen Infrastruktur, Handel, Wissenschaft, Umweltschutz, Technologie, Kultur, Sport und Informatik. Xi war am Dienstagabend aus Frankreich kommend in der serbischen Hauptstadt eingetroffen. Als Gast von PrĂ€sident Emmanuel Macron hatte er dort zuletzt die PyrenĂ€en besucht. Am Mittwochabend wollte Xi nach Budapest weiterreisen, wo ihn der ungarische MinisterprĂ€sident Viktor Orban zu GesprĂ€chen erwartete.

Serbien pflegt seit Jahrzehnten besonders enge Beziehungen zu China. Unter Vucic, der seit 2012 in verschiedenen Funktionen die Politik des Balkanlandes bestimmt, haben sich diese vertieft. China baut in Serbien unter anderem Kupfer ab und produziert Stahl, Solarpanels und Autoreifen. Belgrad ist von Anfang an Partner des von Xi aus der Taufe gehobenen Infrastruktur-Projekts "Neue Seidenstraße".

In außenpolitischen Fragen herrscht zwischen Belgrad und Peking weitgehender Gleichklang. Serbien bekennt sich zur Ein-China-Politik, die eine Anerkennung Taiwans ausschließt. Die kommunistische FĂŒhrung in Peking betrachtet die Republik Taiwan als abtrĂŒnnige Provinz. China wiederum unterstĂŒtzt den Anspruch Serbiens auf die ehemalige Provinz Kosovo, die heute fast ausschließlich von Albanern bewohnt wird und die sich 2008 fĂŒr unabhĂ€ngig erklĂ€rte. Mehr als 100 LĂ€nder, darunter Deutschland, erkennen die Eigenstaatlichkeit des Kosovos an, nicht zuletzt deshalb, weil Serbien im Kosovo-Krieg 1998/99 schwere Kriegsverbrechen an der albanischen Bevölkerung begangen hatte.

Die russische Aggression gegen die Ukraine hat Serbien verurteilt, wĂ€hrend China das nicht tat. Beide LĂ€nder tragen aber die Sanktionen des Westens gegen Moskau nicht mit. Belgrad ĂŒbt auch keine Kritik an Menschenrechtsverletzungen in China. Kritiker werfen auch Vucic einen autoritĂ€ren Regierungsstil vor, der WahlfĂ€lschungen, Manipulation der Medien und EinschĂŒchterung von Oppositionellen einschließt.

UnabhĂ€ngige Stimmen in Serbien beanstanden außerdem die einseitige Ausrichtung der Politik des Landes auf die politischen und wirtschaftlichen Interessen Pekings. UmweltschĂŒtzer kritisieren die Missachtung ökologischer Standards seitens chinesischer Bergbau- und Industriebetriebe.

@ dpa.de