Chronische Schmerzen: Bis zu 80 Prozent leiden zusätzlich unter Schlafstörungen
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 05:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Chronische Schmerzen stellen für Betroffene sowie für das Gesundheitssystem eine anhaltende Belastung dar. Nach Definition der Fachdisziplin gilt ein Schmerz dann als chronisch, wenn er über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten fortbesteht. Bei der Entstehung, Wahrnehmung und Bewältigung solcher Beschwerden spielen jedoch nicht nur rein körperliche Ursachen eine Rolle.
Wie Expertinnen der Deutschen Schmerzgesellschaft darlegen, haben mentale Prozesse, emotionale Zustände, Belastungssituationen und individuelle biografische Erfahrungen einen erheblichen Einfluss darauf, wie Schmerzsignale im Körper verarbeitet werden.
Wechselwirkung zwischen Psyche, Dauerstress und Schlafmangel
Die Schmerzwahrnehmung ist eng an psychische und neurobiologische Faktoren gekoppelt. Dauerhafter Stress, anhaltende negative Gedankenschleifen sowie depressive Verstimmungen können dazu führen, dass das Nervensystem Schmerzreize verstärkt registriert und verarbeitet. Das Schmerzempfinden wird dadurch spürbar intensiviert, was wiederum zusätzlichen Leidensdruck erzeugt.
Besonders deutlich zeigt sich diese wechselseitige Dynamik beim Thema Erholung: Nach Angaben der Fachgesellschaft leiden bis zu 80 % der Patientinnen und Patienten mit chronischen Schmerzen unter Schlafstörungen.
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Schlafmangel schwächt nicht nur die körperliche Regeneration, sondern senkt zugleich die Schmerztoleranz am Tage. Es entsteht ein Teufelskreis, bei dem Schmerzen das Ein- und Durchschlafen behindern, während das daraus resultierende Schlafdefizit die Schmerzempfindlichkeit im Alltag weiter verstärkt.
Ganzheitliche Strategien zur Schmerzbewältigung
Da chronische Schmerzzustände selten rein somatisch gelöst werden können, plädieren Fachleute für ein vielschichtiges Vorgehen. Eine erfolgreiche Schmerztherapie setzt an verschiedenen Lebensbereichen an, um die Schmerzverarbeitung aktiv zu modulieren.
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Zu den zentralen Empfehlungen der Deutschen Schmerzgesellschaft zählt eine individuell angepasste Bewegung. Körperliche Aktivität hilft dabei, Schonhaltungen abzubauen und Verspannungen entgegenzuwirken, ohne den Organismus zu überfordern. Ergänzend dazu spielen gezielte Entspannungstechniken eine wichtige Rolle, um das autonome Nervensystem zu beruhigen und die Muskelspannung zu senken.
Darüber hinaus kommt der psychologischen Dimension eine tragende Funktion zu. Das Erlernen von Akzeptanz bezüglich der eigenen Belastungsgrenzen sowie die Pflege stabiler sozialer Kontakte tragen dazu bei, Isolation und Resignation zu verhindern.
Bei verfestigten Schmerzzuständen wird zudem die Schmerzpsychotherapie als wirksamer Behandlungsbaustein empfohlen. In einer solchen Therapie erlernen Betroffene spezifische Bewältigungsstrategien, um schmerzverstärkende Denkmuster zu durchbrechen und die eigene Handlungsfähigkeit im privaten wie im beruflichen Alltag schrittweise zurückzugewinnen.
