Cispa-AffÀre, KPMG

Cispa-AffÀre: KPMG ermittelt gegen möglichen China-Wissenstransfer

Veröffentlicht: 07.07.2026 um 20:40 Uhr, Redaktion boerse-global.de

FĂŒhrende Institute drĂ€ngen auf mehr Schutz vor Spionage, wĂ€hrend Hessen und die Bundeswehr ihre Sicherheitsmaßnahmen massiv ausbauen.

Forschungsschutz: Leibniz und Fraunhofer fordern neue Sicherheitsregeln
Cispa-AffĂ€re - Eine dunkle Silhouette eines Anzugs vor einem leuchtenden, futuristischen KI-Netzwerk auf einem Bildschirm, das digitale Spionage symbolisiert. 07.07.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Die PrÀsidenten der Leibniz-Gemeinschaft und der Fraunhofer-Gesellschaft drÀngen auf neue Sicherheitsvorkehrungen.

Offene Wissenschaft trifft auf Sicherheitsrisiken

Die traditionelle Offenheit des Wissenschaftsbetriebs kollidiert zunehmend mit globalen Spannungen. Fraunhofer-PrĂ€sident Hanselka fordert klare Leitlinien fĂŒr die Institute. Leibniz-PrĂ€sident Schmidt betont: Ein Gleichgewicht zwischen internationaler Kooperation und dem Schutz sensibler Forschung muss her.

Besonders der Bereich KĂŒnstliche Intelligenz steht im Fokus. Hier fließen oft hochsensible Daten und Technologien – ein lohnendes Ziel fĂŒr Spione.

Cispa-AffĂ€re: Sonderermittler prĂŒft China-Kontakte

Hintergrund der Debatte sind die Verbindungen des saarlĂ€ndischen Forschungszentrums Cispa nach China. Die PrĂŒfungsgesellschaft KPMG hat einen Sonderermittler eingeschaltet. Er soll mögliche SicherheitslĂŒcken oder unzulĂ€ssigen Wissenstransfer aufdecken.

Die Ergebnisse könnten weitreichende Konsequenzen fĂŒr die Zusammenarbeit mit bestimmten Staaten haben.

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Milliardenschwere Chancen durch Sicherheitsforschung

Doch es geht nicht nur um Abwehr. Ein Gutachten des Stifterverbandes zeigt: Bessere Verzahnung in der Sicherheitsforschung könnte das Bruttoinlandsprodukt um jÀhrlich 22 Milliarden Euro steigern.

Die wirtschaftlichen Potenziale sind enorm – wenn die Forschung geschĂŒtzt bleibt.

Hessen rĂŒstet auf: Verfassungsschutz gegen hybride KriegsfĂŒhrung

Auch staatliche Stellen reagieren. Hessen baut die Spionageabwehr beim Landesverfassungsschutz aus. Innenminister Poseck spricht von einer verĂ€nderten Bedrohungslage. Desinformation, Sabotage und Spionage hĂ€tten deutlich zugenommen – besonders mit Bezug zu Russland.

Bundeswehr plant eigenes Satellitennetz fĂŒr 35 Milliarden

Die SicherheitsbemĂŒhungen gehen bis ins All. Die Bundeswehr treibt den Aufbau einer eigenen Satelliten-Konstellation voran. 1.200 Satelliten sind geplant. Die Investitionen bis 2030: rund 35 Milliarden Euro.

Langfristig könnten die Kosten bis 2040 auf 100 Milliarden Euro steigen. Ziel ist eine eigenstĂ€ndige Informationsbasis fĂŒr Verteidigung und internationale EinsĂ€tze – unabhĂ€ngig von externen Anbietern.

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Streit um Informationsfreiheit: Schutz versus Transparenz

WĂ€hrend die einen mehr Abschottung fordern, warnen andere vor zu viel GeheimniskrĂ€merei. Die Konferenz der Informationsfreiheitsbeauftragten lehnt eine Reform des Informationsfreiheitsgesetzes ab. Die PlĂ€ne sehen vor, AuskunftsansprĂŒche an ein berechtigtes Interesse zu knĂŒpfen.

Forschung und kritische Infrastrukturen sollen weitgehend von der Auskunftspflicht ausgenommen werden. Experten warnen: Das kÀme einer faktischen Abschaffung von Transparenzrechten gleich. Ein Landesdatenschutzbeauftragter bezeichnet die PlÀne zudem als konventionswidrig.

Der Konflikt zwischen Sicherheit und Offenheit – er wird die Wissenschaftspolitik noch lange beschĂ€ftigen.

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