Ifo-Institut, Wachstumsagenda

Ifo-Institut will Wachstumsagenda 2030

09.12.2024 - 15:38:48 | dts-nachrichtenagentur.de

Clemens Fuest, PrÀsident des Ifo-Instituts, mahnt eine Trendwende in der Wirtschaftspolitik an.

Container (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Es gelte vor allem, Investitionen zu fördern, Effizienz zu steigern und Steuer- und Transfersysteme anzupassen, sagte er am Montag im Rahmen der Munich Economic Debates und schlug eine "Wachstumsagenda 2030" vor. "Deutschland steht angesichts neuer geopolitischer Risiken, des fortschreitenden Klimawandels und fehlender Wirtschaftsdynamik vor enormen Herausforderungen, jetzt mĂŒssen viele Themen parallel adressiert werden", sagte Fuest. Deutschland befinde sich in einer problematischen wirtschaftlichen Situation, insbesondere im Hinblick auf die schrumpfende Bruttowertschöpfung der Unternehmen, die sinkende Zahl von Arbeitsstunden pro BeschĂ€ftigtem und den RĂŒckgang von Unternehmensinvestitionen. Letztere lĂ€gen deutlich unter dem Wert von 2019. Damit Deutschland wieder Erfolgsgeschichten schreiben könne, brĂ€uchte es laut Fuest Fortschritte bei der Anpassung an die KlimaerwĂ€rmung bei gleichzeitigem Anstieg des Energieangebots.

Deutschland mĂŒsste durch die Anwendung neuer Technologien, wie KĂŒnstlicher Intelligenz, in Staat und Unternehmen erhebliche ProduktivitĂ€tsfortschritte erzielen. Es brĂ€uchte einen massiven Strukturwandel zu mehr Wertschöpfung bei mittelstĂ€ndischen Firmen, Hidden Champions und erfolgreichen Start-ups, der den RĂŒckgang im Automobilbau und bei energieintensiven Industrieunternehmen ĂŒberkompensiert, drĂ€ngte der ifo-Chef. Eine vermehrte Zuwanderung von ArbeitskrĂ€ften und eine VerlĂ€ngerung der Arbeitszeit pro BeschĂ€ftigtem mĂŒsste das Arbeitsangebot stabilisieren. Schließlich mĂŒsste Deutschland durch einen vertieften europĂ€ischen Binnenmarkt, neue Handelsabkommen und eine bessere VerteidigungsfĂ€higkeit weniger anfĂ€llig sein fĂŒr VerĂ€nderungen der geopolitischen Lage. Aus diesem Zielbild ergibt sich laut Fuest die Notwendigkeit, die Wirtschaftspolitik deutlich zu verĂ€ndern: eine Neuausrichtung der Staatsausgaben hin zu Investitionen in Verteidigung, Bildung, Klimaschutz und Infrastruktur und weg von nicht zielgenauen und BeschĂ€ftigung hemmenden Sozialtransfers, Subventionen und sonstigen nicht prioritĂ€ren Staatsausgaben. Es brauche eine neue Energiepolitik, in der Klimaziele ĂŒber Marktmechanismen erreicht werden und in der auch Atomenergie wieder genutzt wird, so der Ökonom. Ein radikaler Abbau von BĂŒrokratie, auch ĂŒber die Abschaffung verfehlter Regulierungen, sei nötig, sagte Fuest. Außerdem brauche es ein Steuersystem, das Arbeit und Investitionen entlastet und gleichzeitig Konsum und Grunderwerb stĂ€rker belastet. Außerdem wĂ€ren laut Fuest eine eigene Agenda fĂŒr mehr Innovationen und Start-ups geboten sowie eine Vertiefung des europĂ€ischen Binnenmarktes und neue Freihandelsabkommen. Als Beispiel fĂŒr den Umgang mit geopolitischen Herausforderungen fĂŒhrte Fuest die israelische Wirtschaft an. Dort finanziere man die hohen Kriegskosten mit einer Mischung aus erhöhter Neuverschuldung, einer Erhöhung der Umsatzsteuer sowie der KĂŒrzung anderer Ausgaben. Trotz der stĂ€ndigen wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Krisen sei es gelungen, in Israel die Staatsschulden zu begrenzen, in Bildung zu investieren und eine der weltweit erfolgreichsten Start-up-Strukturen aufzubauen.

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