CO-Entfernung, Großbanken

CO?-Entfernung: Großbanken und Industrie schließen Millionendeals

05.06.2026 - 23:33:06 | boerse-global.de

TD Bank und JPMorgan investieren massiv in Direct Air Capture und Bio-Öl. Neue Gesetze in Deutschland fördern CCS-Projekte.

Großbanken sichern sich Millionen-Deals für CO?-Entnahme-Technologien
CO-Entfernung - Eine futuristische Direct Air Capture (DAC)-Anlage mit großen weißen Ventilatoren unter blauem Himmel, die Kohlenstoffentfernung symbolisiert. 05.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Finanzinstitute und Industrieunternehmen haben Anfang Juni mehrere Großverträge über den Erwerb von CO?-Entfernungsgutschriften abgeschlossen. Die Deals unterstreichen die wachsende Bedeutung von technischen Verfahren wie Direct Air Capture (DAC) und Biochar-Anwendungen.

Bis 2050 sind jährliche Entnahmekapazitäten von sieben bis ohne zehn Milliarden Tonnen CO? nötig, schätzt die Internationale Energieagentur (IEA). Die aktuelle Kapazität liegt noch deutlich unter einer Million Tonnen.

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Millionendeals für Direct Air Capture und Bio-Öl

Die TD Bank unterschrieb eine Vereinbarung mit dem Schweizer Unternehmen Climeworks. Der Deal sichert der Bank Zugang zu Gutschriften aus den isländischen DAC-Anlagen Orca und Mammoth.

Das Ziel: Bis 2050 Netto-Null-Emissionen erreichen. Bis 2030 will die Bank insgesamt 500 Milliarden kanadische Dollar in nachhaltige Finanzierungen stecken. 2024 belief sich das Volumen bereits auf 76,4 Milliarden kanadische Dollar.

JPMorganChase weitete unterdessen sein Engagement bei Charm Industrial aus. Die US-Großbank erwarb Gutschriften für die Entfernung von 61.500 Tonnen CO?. Damit erhöht sich das Gesamtkontingent bei diesem Anbieter auf 90.000 Tonnen.

Zusätzlich stellte das Geldhaus eine Venture-Debt-Fazilität über 20 Millionen US-Dollar bereit. Die Mittel sollen die Expansion von Charm Industrial in Colorado unterstützen. Dort werden Waldreste zu CO?-bindendem Bio-Öl verarbeitet.

Biochar-Infrastruktur wächst in Schwellenländern

Auch bei Biokohle (Biochar) gibt es umfangreiche Abnahmeverträge. Das indische Unternehmen Equilibrium schloss eine mehrjährige Vereinbarung mit Altitude über die Lieferung von 180.000 Tonnen CO?-Entnahme. Das gilt als einer der größten langfristigen Biochar-Verträge aus Indien.

Equilibrium betreibt derzeit zwei Anlagen und plant eine standortübergreifende Expansion. Altitude fungiert als Finanzier für weltweite Projekte zur Kohlenstoffentfernung.

In Europa setzen Unternehmen auf neue Technologien zur Dekarbonisierung ihrer Lieferketten. PepsiCo und der Düngemittelhersteller Fertiberia vereinbarten eine Allianz für kohlenstoffarmen Dünger auf rund 162.000 Hektar Anbaufläche.

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Bis 2030 sollen jährlich bis zu 150.000 Tonnen eines Düngemittels auf Basis von grünem Wasserstoff geliefert werden. In Pilotprojekten in Spanien und Portugal sanken die Emissionen beim Kartoffel- und Maisanbau bereits um bis zu 20 Prozent.

Neue Gesetze und Infrastruktur für CCS

Flankiert werden die privaten Investitionen durch gesetzliche Neuregelungen. Der Deutsche Bundestag verabschiedete Anfang des Jahres Gesetze zur CO?-Speicherung im Meeresuntergrund und zum Export des Gases zur Offshore-Speicherung. Damit wurde die Rechtsgrundlage für das London-Protokoll geschaffen.

Ziel ist es, unvermeidbare Restemissionen aus Branchen wie Zement oder Aluminium zu mindern.

In den Niederlanden schreiten großflächige CCS-Projekte voran. Das Vorhaben Porthos im Hafen von Rotterdam soll 2026 in Betrieb gehen – mit einer Speicherkapazität von 2,5 Millionen Tonnen CO? pro Jahr. Ein weiteres Projekt namens Aramis plant eine 200 Kilometer lange Offshore-Pipeline mit einer Kapazität von 22 Millionen Tonnen jährlich. Die Inbetriebnahme ist für 2032/33 vorgesehen.

Erste Erfolge bei der CO?-Abscheidung

Heidelberg Materials nahm in Norwegen eine Anlage in Betrieb, die jährlich über 5.000 Tonnen CO? verflüssigt und per Pipeline in die Nordsee transportiert. Das deckt etwa die Hälfte der Emissionen des betreffenden Werks ab.

In Deutschland startete zudem der Reservierungsprozess für Kapazitäten im künftigen Wasserstoffkernnetz. Unternehmen erhalten damit Planungssicherheit für den Zeitraum bis 2030.

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