Commerzbank-Übernahme, Betriebsrat

Commerzbank-Übernahme: Betriebsrat bereitet Strafanzeige gegen Unicredit vor

12.06.2026 - 08:33:32 | boerse-global.de

Commerzbank-Betriebsrat wirft Unicredit Marktmanipulation vor. Bafin prüft Transparenz der Derivategeschäfte im Übernahmekampf.

Commerzbank-Betriebsrat erstattet Strafanzeige gegen Unicredit
Commerzbank-Übernahme - Ein hölzerner Hammer ruht auf einem Stapel Finanzdokumente; im Hintergrund eine verschwommene Banklobby. Symbolisiert rechtliche Schritte. 12.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Vorwurf: Marktmanipulation und Irreführung im laufenden Übernahmekampf. Parallel prüft die Bafin die Transparenz der Geschäfte.

Vorwurf der Marktmanipulation

Für den heutigen Freitag hat der Gesamtbetriebsrat eine außerordentliche Sitzung einberufen. Ziel ist es, den Vorsitzenden offiziell mit der Einreichung der Anzeige nach den Paragrafen 119 und 120 des Wertpapierhandelsgesetzes zu beauftragen. Die Arbeitnehmervertreter werfen Unicredit vor, ein wirtschaftlich unattraktives Angebot durch irreführende Kommunikation zu flankieren.

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Das Übernahmeangebot sieht den Tausch von 0,485 eigenen Aktien gegen eine Commerzbank-Aktie vor. Der Angebotspreis lag zuletzt deutlich unter dem aktuellen Börsenkurs. Während die Commerzbank-Aktie am heutigen Freitag bei rund 36,41 Euro notierte, entsprach das Tauschangebot einem Wert von etwa 35,78 Euro. Der Börsenkurs lag durchgehend über dem Angebotspreis – das stellt die wirtschaftliche Logik der bisherigen Andienungen infrage.

Unicredit räumt Derivategeschäfte ein

Die Commerzbank forderte mehr Transparenz über die Derivategeschäfte der Unicredit. Nach einer Intervention der Bafin am gestrigen Donnerstag räumte das italienische Institut umfangreiche Sicherungsgeschäfte in Form von „Short“-Derivaten ein. Diese beziehen sich auf über 98 Prozent der direkt gehaltenen Commerzbank-Aktien sowie auf weitere Termingeschäfte (Total Return Swaps).

Die tatsächliche wirtschaftliche Position der Unicredit stellt sich damit kleiner dar als die gemeldeten Stimmrechtsanteile. Ein zentraler Kritikpunkt der Commerzbank.

Auffälliges Annahmeverhalten

Nach offiziellen Angaben vom vergangenen Mittwoch wurden Unicredit bisher 10,91 Prozent der Commerzbank-Aktien angedient. Damit würde deren Anteil auf insgesamt 37,68 Prozent steigen. Inklusive weiterer Termingeschäfte bezifferte Unicredit die potenzielle Beteiligung auf 40,9 Prozent.

Die Commerzbank betont: Unter den bisherigen Annahmen konnten fast keine unabhängigen institutionellen Investoren oder Privatanleger identifiziert werden. Der Anteil der Privatanleger, die das Angebot annahmen, liegt lediglich bei 0,05 Prozent. Das Institut vermutet stattdessen, dass die angedienten Aktien fast ausschließlich von Banken stammen, die in geschäftlicher Beziehung zur Unicredit stehen – etwa dem Finanzhaus Nomura.

Seit der Ankündigung des Angebots stiegen die Aktivitäten in der Wertpapierleihe um mehr als das Zehnfache. Diese Daten werden fortlaufend an die Bafin übermittelt, die den Sachverhalt prüft.

Fristende rückt näher

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Die ursprüngliche Annahmefrist für das freiwillige Übernahmeangebot endet am 16. Juni. Eine Verlängerung bis zum Zeitraum zwischen dem 20. Juni und dem 3. Juli wurde bereits in Aussicht gestellt. Unicredit-Chef Andrea Orcel steht nach Berichten im direkten Austausch mit der Bafin.

Parallel zur Abwehr der Übernahme bekräftigte die Commerzbank ihre Eigenständigkeit durch positive Geschäftszahlen. Das Institut hob Anfang Juni das Gewinnziel für 2026 auf mindestens 3,4 Milliarden Euro an. Im ersten Quartal erzielte die Bank einen operativen Gewinn von 1,358 Milliarden Euro.

Die Bundesregierung, die noch einen Anteil von etwa 12 Prozent an der Commerzbank hält, bezeichnete das Angebot der Italiener zuletzt als unangemessen. Unicredit wies die Vorwürfe als haltlose Anschuldigungen zurück.

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