Condor-Tarifpaket, Kündigungsschutz

Condor-Tarifpaket: Kündigungsschutz bis 2029 für rund 1.000 Beschäftigte

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 22:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Piloten stimmten dem Kompromiss zu: Er sichert Arbeitsplätze und verbindet befristete Gehaltszugeständnisse mit besseren Arbeitsbedingungen.
Ein unbesetztes Passagierflugzeug auf einem ruhigen Rollfeld bei Dämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Der Ferienflieger Condor und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit haben sich auf ein weitreichendes Zukunftspaket verständigt. Die Einigung sieht Regelungen zur Beschäftigungssicherung sowie tarifliche Verbesserungen vor, nachdem eine Mehrheit der Stimmberechtigten dem ausgehandelten Kompromiss zugestimmt hat.

Wie aus Berichten hervorgeht, votierten 67 Prozent der teilnehmenden Mitglieder der Vereinigung Cockpit für das Paket, bei einer Wahlbeteiligung von 89,1 Prozent.

Kündigungsschutz bis 2029 und befristete Zugeständnisse

Der neu vereinbarte Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis Ende September 2029. Für diesen Zeitraum wurde ein vollständiger Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen vereinbart, was den Kündigungsschutz für rund 1.000 Beschäftigte sichert.

Im Gegenzug leistet das Cockpitpersonal zeitlich befristete wirtschaftliche Beiträge. Vorgesehen sind unter anderem Nullrunden bei der Vergütung in den Jahren 2026 und 2027. Eine spätere Vergütungssteigerung in Höhe von 7 Prozent greift erst ab Oktober 2028.

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Neben den monetären Faktoren umfasst das Abkommen auch strukturelle Anpassungen der Arbeitsbedingungen. Dazu gehört die Einführung des sogenannten Phi-Freizeitmodells, das den Pilotinnen und Piloten mehr zusammenhängende Erholungszeit ermöglichen soll, ohne dass dafür Teilzeitarbeit in Anspruch genommen werden muss.

Reaktionen der Tarifparteien

Der Präsident der Vereinigung Cockpit, Andreas Pinheiro, erklärte, der Kompromiss löse zwar nicht bei allen Beteiligten Jubel aus, der entscheidende Punkt sei jedoch die Absicherung der Arbeitsplätze gewesen. Aus einer ursprünglichen Einsparforderung der Unternehmensseite sei ein Gesamtpaket aus befristeten Beiträgen, dauerhaften Verbesserungen und Kündigungsschutz entstanden.

Pinheiro stufte den Abschluss vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Ferienflugsektor als verantwortbar ein. Gleichzeitig verwies er auf die Situation beim Konkurrenten Lufthansa, wo nach einer ergebnislosen Schlichtung noch eine Mediation geführt wird.

Von Seiten der Fluggesellschaft hieß es über eine Condor-Sprecherin, die getroffenen Maßnahmen sollten die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens stärken und den weiteren Wachstumskurs unterstützen. Die Fluggesellschaft investiert unter anderem in die Erneuerung der Langstreckenflotte auf Flugzeuge des Typs Airbus A330neo.

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Hintergrund der Tarifverhandlungen

Ausgangspunkt der Verhandlungen waren Sparvorgaben der Fluggesellschaft, während die Gewerkschaft ihrerseits eine grundlegende Überarbeitung von Mantel- und Vergütungstarifvertrag anstrebte. Nach Branchenberichten aus dem September beabsichtigte das Unternehmen ursprünglich Einsparungen von 100 Millionen Euro jährlich, wovon 35 Millionen Euro auf den Personalbereich entfallen sollten.

Als Gründe wurden gestiegene Kerosinkosten sowie der intensive Wettbewerb genannt, unter anderem mit der Lufthansa-Tochter Discover. Zu den konkreten Summen machten die Tarifparteien seinerzeit keine offiziellen Angaben.

Bereits zuvor hatte Condor Vereinbarungen mit anderen Gewerkschaften getroffen. Unternehmenschef Peter Gerber hatte Ende September eine Einigung mit Ufo und Verdi bestätigt.

Den Angaben dieser Gewerkschaften zufolge muss die Fluggesellschaft in den beiden Geschäftsjahren bis Oktober 2028 jeweils 100 Millionen Euro einsparen, darunter jährlich 35 Millionen Euro beim Personal und rund 10 Millionen Euro im Bereich der Kabine. Mit dem Votum der Vereinigung Cockpit steht nun auch die Einigung mit dem Cockpitpersonal fest.

Mehr zum Thema bei n-tv: „Kündigungsschutz vereinbart: Condor einigt sich mit Piloten auf Tarifvertrag bis Ende September 2029 - n“

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