Continental: 140 Jobs verlagern nach Asien bis Mitte 2029
Veröffentlicht am: 04.09.2026 um 04:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Automobilzulieferer und Reifenhersteller Continental plant eine umfassende Neuausrichtung seiner Produktion für Vollgummi-Industriereifen. Wie am 02.09.2026 bekannt wurde, soll die Fertigung dieser spezialisierten Produktgruppe vom nordhessischen Standort Korbach in die Region Asien-Pazifik verlagert werden.
Von dieser Maßnahme sind rund 140 Mitarbeiter am Standort direkt betroffen. Die Entscheidung ist Teil einer strategischen Anpassung an veränderte Marktbedingungen und globale Wettbewerbsfaktoren.
Wirtschaftliche Gründe und neue Fertigungsstandorte
Als wesentliche Gründe für den Abzug der Produktion aus Deutschland nannte das Unternehmen eine anhaltende Unterauslastung der bestehenden Kapazitäten sowie einen wachsenden Kostendruck innerhalb des Segments. Um die Wirtschaftlichkeit langfristig zu sichern, sollen die Produktionslinien künftig an Standorten gebündelt werden, die eine höhere Nähe zu wichtigen Wachstumsmärkten bieten.
Konkret wird die Fertigung nach Kalutara in Sri Lanka sowie nach Petaling Jaya in Malaysia verlagert. Diese Standorte innerhalb der Region Asien-Pazifik übernehmen künftig die Aufgaben, die bislang in Hessen angesiedelt waren.
Durch die Konzentration der Produktion in diesen Werken verspricht sich der Konzern eine effizientere Auslastung und eine Verbesserung der Kostenstrukturen in der Fertigung von Vollgummi-Industriereifen, die vornehmlich in der Logistikbranche und bei Flurförderzeugen eingesetzt werden.
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Auswirkungen auf die Belegschaft am Standort Korbach
Trotz der geplanten Verlagerung dieses Teilbereichs soll der Standort Korbach für Continental weiterhin eine zentrale Rolle spielen. Mit insgesamt rund 2400 verbleibenden Beschäftigten ist das Werk ein bedeutender industrieller Ankerpunkt in der Region. Die Unternehmensleitung betonte im Zusammenhang mit den Veränderungsplänen das Ziel, die Auswirkungen für die betroffenen 140 Mitarbeiter so gering wie möglich zu halten.
Nach Unternehmensangaben werde angestrebt, betriebsbedingte Kündigungen im Zuge dieser Umstrukturierung zu vermeiden. Wie aus Medienberichten vom 03.09.2026 hervorgeht, sollen für die betroffenen Beschäftigten Lösungen innerhalb des Werksverbunds oder durch andere Maßnahmen gefunden werden.
Der Erhalt des Standortes mit seiner verbleibenden Belegschaft stehe dabei nicht infrage, auch wenn sich das Produktportfolio vor Ort durch den Wegfall der Vollgummi-Reifenproduktion verkleinert.
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Zeitplan für die Umsetzung bis Mitte 2029
Der Prozess der Verlagerung ist als langfristige Transformation angelegt und wird nicht unmittelbar abgeschlossen sein. Continental plant, den Transfer der Produktionsanlagen und das Auslaufen der Fertigung in Korbach schrittweise zu vollziehen. Der vollständige Abschluss der Verlagerung in die asiatischen Werke ist für Mitte 2029 vorgesehen.
Bis zu diesem Zeitpunkt sollen die Kapazitäten in Sri Lanka und Malaysia sukzessive hochgefahren werden, um eine lückenlose Versorgung der globalen Kunden sicherzustellen. Diese mehrjährige Übergangsphase soll zudem den notwendigen Spielraum bieten, um die personellen Anpassungen in Korbach wie geplant umzusetzen.
Die Entscheidung verdeutlicht den anhaltenden Trend in der Zulieferindustrie, standardisierte oder spezialisierte Fertigungsprozesse unter dem Druck globaler Lieferketten und Kostenfaktoren neu zu bewerten und geographisch neu zu ordnen.
