CSRD-Reform: Neue Schwellenwerte für 1.000+ Mitarbeiter ab 2026
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 15:46 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Angesichts tiefgreifender regulatorischer Änderungen auf europäischer Ebene hat der Softwareanbieter Tanso eine Aktualisierung seiner Reporting-Templates vorgenommen.
Die neuen Vorlagen orientieren sich an der überarbeiteten Methodik der EU-Taxonomie und sollen Unternehmen dabei unterstützen, die komplexen Anforderungen der Nachhaltigkeitsberichterstattung rechtssicher umzusetzen. Die Veröffentlichung der aktualisierten Datenfelder erfolgt zeitgleich mit der Bereitstellung eines neuen Moduls für Emissionsminderungsziele.
Anpassung an neue Schwellenwerte und Fristen
Hintergrund der Software-Aktualisierung sind wesentliche Anpassungen im EU-Rechtsrahmen. Die im Februar 2026 verabschiedete Omnibus-Richtlinie (EU) 2026/470 hat die Anwendbarkeit der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) neu definiert.
Demnach unterliegen nunmehr Unternehmen der Berichtspflicht, die mehr als 1.000 Mitarbeiter beschäftigen und einen Nettoumsatz von über 450 Millionen Euro erzielen. Diese Anhebung der Schwellenwerte führt dazu, dass sich der Kreis der berichtspflichtigen Betriebe im Vergleich zu ursprünglichen Planungen verändert hat.
Zusätzlich berücksichtigt die Software-Aktualisierung die sogenannte Stop-the-Clock-Richtlinie (EU) 2025/794. Diese Regelung sieht eine Verschiebung der Berichtspflicht für die zweite Welle der betroffenen Unternehmen vor. Diese müssen ihre Berichterstattung nun erst für das Geschäftsjahr 2027 vorbereiten, womit die entsprechenden Berichte im Jahr 2028 vorzulegen sind. Die neuen Templates von Tanso sind darauf ausgelegt, diese zeitlichen und inhaltlichen Rahmenbedingungen in den digitalen Workflow zu integrieren.
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Digitales Modul für Reduktionsziele
Parallel zu den Reporting-Vorlagen wurde ein specifiches Reduktionsmodul verfügbar gemacht. Dieses Werkzeug soll Unternehmen dabei unterstützen, Emissionsziele zu definieren, die den Anforderungen der CSRD entsprechen. Ziel sei es, die Lücke zwischen der reinen Datenerhebung und der aktiven Steuerung von Dekarbonisierungsmaßnahmen zu schließen.
Durch die Integration der neuen EU-Taxonomie-Methodik in die Softwareumgebung können Anwender ihre Wirtschaftsaktivitäten direkt auf die Konformität mit den Umweltzielen der Europäischen Union prüfen. Dies ist insbesondere für die Finanzkommunikation und die Erfüllung von Offenlegungspflichten gegenüber Investoren und Kreditgebern von Bedeutung.
Praxisbeispiel Linhardt: Dekarbonisierung in der Lieferkette
Wie eine softwaregestützte Klimastrategie in der Praxis umgesetzt werden kann, zeigt der Fall des Verpackungsspezialisten Linhardt. Das Unternehmen nutzt das Modul von Tanso, um detaillierte Einblicke in seinen ökologischen Fußabdruck zu gewinnen. Eine Analyse des Corporate Carbon Footprint (CCF) bei Linhardt ergab, dass Aluminium für 58 Prozent der Gesamtemissionen verantwortlich ist.
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Auf Basis dieser Datenlage wurden vier spezifische Maßnahmenpakete identifiziert, mit denen das Unternehmen seine indirekten Emissionen in der Wertschöpfungskette (Scope 3) signifikant senken will.
Bis zum Jahr 2030 strebt Linhardt eine Reduktion dieser Emissionen um bis zu 45 Prozent an, was einer Einsparung von etwa 52.000 Tonnen CO2-Äquivalenten (tCO2e) entspricht. Die Anwendung zeigt laut Unternehmensangaben, dass eine präzise Datenbasis notwendig ist, um wirksame Reduktionshebel in der Produktion und Beschaffung zu identifizieren.
Mit der Bereitstellung der aktualisierten Vorlagen reagiert der Markt für Compliance-Software auf den anhaltenden Anpassungsbedarf durch europäische Verordnungen. Für Unternehmen bedeutet dies eine notwendige Neuausrichtung ihrer Reporting-Prozesse an die aktuellen gesetzlichen Parameter der Jahre 2025 und 2026.
