CSRD, ESRS

CSRD und ESRS: Neue Berichtspflichten treiben ESG-Regulierung voran

16.06.2026 - 23:26:38 | boerse-global.de

Vortragsreihe der FernUni Hagen beleuchtet praktische Folgen der Nachhaltigkeitsregulierung für Firmen und deren Bewertung.

EU Green Deal: Neue ESG-Regeln verändern Unternehmensbewertung
CSRD - Ein Redner hält einen Vortrag über ESG-Berichterstattung in einem modernen Konferenzraum mit abstrakten Datenvisualisierungen auf einem Bildschirm. 16.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Im Fokus: die praktischen Auswirkungen der Nachhaltigkeitsregulierung auf die Wirtschaft und die Unternehmensbewertung.

ESG-Kriterien als neuer Bewertungsmaßstab

Den Auftakt machte Dr. Tobias Quill mit einem Fachbeitrag zu ESG und Nachhaltigkeit. Seine Kernfrage: Stellt die Einbeziehung von Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien einen Paradigmenwechsel für die Unternehmensbewertung dar? Die Reihe ist Teil des EU-Ziels, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen.

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Die FernUni holt für die Vorträge Experten aus verschiedenen Branchen. Ingo Klein von Borussia Dortmund berichtete im Frühjahr über die Herausforderungen des Profifußballclubs bei der Anpassung an die neue Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD). Weitere Beiträge thematisierten Nachhaltigkeit als Führungsaufgabe und die Erfahrungen des Energiekonzerns RWE.

Regulierungsdruck wächst – auch technisch

Die Gesetzgebung wird immer komplexer. Der Markt für spezialisierte ESG-Software umfasst mittlerweile über 200 Anbieter. Der Grund: Die Anforderungen an Datenqualität und Rückverfolgbarkeit steigen stetig. Die EU-Agenda 2030 fordert zudem maschinenlesbare Nachhaltigkeitsberichte.

Während Unternehmen wie die JAF Gruppe bereits nach den neuen European Sustainability Reporting Standards (ESRS) berichten, mehren sich kritische Stimmen. Der Handelsverband Deutschland (HDE) warnte Mitte Juni vor einer erdrückenden Regulierungslast durch europäische Verordnungen.

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Gerichte greifen durch

Die Rechtsprechung zeigt die Relevanz rechtssicherer Berichterstattung. Das Landgericht München I untersagte einem großen Systemgastronomen vage Werbeaussagen zur Klimaneutralität – ohne hinreichende Erläuterung von Zwischenzielen.

Auch international verschärft sich das Klima. Während die EU teilweise über Lockerungen diskutiert, hat China Ende April neue Fristen für börsennotierte Großkonzerne eingeführt. Sie müssen künftig detailliert zu Emissionen, Biodiversität und Korruptionsbekämpfung berichten. Bei Verstößen drohen empfindliche Bußgelder. Beobachter werten den Schritt als Versuch Chinas, eine führende Rolle bei globalen Nachhaltigkeitsstandards zu übernehmen.

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