Cyber, Resilience

Cyber Resilience Act: Erste Meldepflichten für Unternehmen ab 11. September

Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 20:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Coalition bringt aktiven Cyber-Schutz für Konzerne auf den Markt, während Übernahmen, neue Regeln und KI-Risiken die Branche prägen.

Coalition startet Cyberversicherung für Großunternehmen und baut aus
Modernes Server-Rechenzentrum mit dunklen Server-Racks und blauer Beleuchtung als Symbol für Cyber-Sicherheit. Illustration mit AI erstellt.

Der Spezialversicherer Coalition hat am 1. September das Angebot „Active Cyber Insurance for Enterprises“ offiziell gestartet. Das neue Produkt richtet sich gezielt an Großunternehmen und verbindet klassischen Versicherungsschutz mit einer kontinuierlichen, aktiven Risikoanalyse. Damit reagiert das Unternehmen auf die komplexer werdende Bedrohungslage für internationale Konzerne.

Personelle Neuausrichtung und Kooperation mit der Allianz

Flankiert wird die Markteinführung durch eine personelle Weichenstellung im Top-Management. Wie am 31. August bekannt wurde, übernimmt der 47-jährige Nepomuk Loesti die Position als Head of International bei Coalition. Loesti wechselt von Gallagher zu dem Cyber-Spezialisten und ist künftig für das gesamte Geschäft außerhalb der USA und Kanadas verantwortlich.

Ein wesentlicher Baustein der Wachstumsstrategie ist zudem die Zusammenarbeit mit etablierten Branchengrößen. Ebenfalls zum 31. August wurde bekannt, dass die Allianz ihr Cybergeschäft auf Coalition überträgt. Dieser Schritt unterstreicht den Trend in der Branche, spezialisierte technologische Plattformen für das Management von Cyberrisiken zu nutzen.

Wachsender Bedarf im asiatischen Markt

Nicht nur in den westlichen Märkten, auch in Asien verstärken Anbieter ihre Präsenz. Marsh und Resilience haben am 1. September den Start von „Cyber Protect“ in der Region Asien (mit Ausnahme von China) bekannt gegeben. Das Angebot wird exklusiv über Marsh vertrieben und umfasst ein rund um die Uhr besetztes Risk Operations Center.

Hintergrund dieser Expansion sind aktuelle Daten zum Risikomanagement in der Region. Laut Erhebungen von Marsh und Resilience sind lediglich 50 Prozent der asiatischen Organisationen von der Wirksamkeit ihres Cyber-Risikomanagements überzeugt.

Im globalen Durchschnitt liegt dieser Wert mit 72 Prozent deutlich höher. Dies ist besonders kritisch, da fast 3 von 10 der weltweit registrierten Cyber- und Social-Engineering-Angriffe auf Ziele in Asien entfallen.

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Marktkonsolidierung und strategische Zukäufe

Der Versicherungsmarkt verzeichnet unterdessen massive Konsolidierungsbewegungen. Aon hat am 31. August die Übernahme von USI Insurance Services für eine Summe von 17 Mrd. USD von KKR angekündigt. KKR erzielt durch den Verkauf einen bereinigten Gewinn von etwa 2 Mrd. USD, wobei andere Quellen den Gewinn auf 3,3 Mrd. USD beziffern.

USI erwirtschaftet mit rund 10.500 Mitarbeitern in circa 200 Niederlassungen einen Jahresumsatz von etwa 3 Mrd. USD. Nach Abschluss der Transaktion, die für das vierte Quartal 2026 erwartet wird, soll Mike Sicard die Position des Präsidenten bei Aon übernehmen.

Auch in Deutschland gibt es Veränderungen im Bestandsmanagement. Die Württembergische übernimmt ab dem 1. September 2026 die Verwaltung einer vierstelligen Anzahl von Cyberverträgen der DGC (ehemals Cogitanda).

Parallel dazu kündigte die International General Insurance Holdings (IGI) die Gründung von Cipher Underwriting Ltd. an. Dabei handelt es sich um eine auf Cyber-Rückversicherung spezialisierte Managing General Agentur (MGA) mit Sitz auf den Bermudas, an der IGI eine Beteiligung von 60 Prozent hält.

Regulatorik und technologische Herausforderungen

Die regulatorischen Anforderungen an Unternehmen steigen stetig. Die EU-Kommission veröffentlichte bereits im Juli Leitlinien für den Cyber Resilience Act. Während wichtige Pflichten ab dem 11. Dezember 2027 greifen, treten erste Meldepflichten bereits am 11. September 2026 in Kraft.

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In Deutschland weist der aktuelle Marktmonitor von Südvers für 2026/27 zudem auf eine verschärfte Aufsicht hin: Ein Rundschreiben der BaFin vom Anfang des Jahres begrenzt die Laufzeiten in der Cyberversicherung auf ein Jahr.

Die Bedrohungslage bleibt derweil dynamisch. Statistiken des Bundeskriminalamtes für das Jahr 2025 zeigen einen Anstieg der Ransomware-Fälle um 10 Prozent. Gleichzeitig warnen Experten vor der rasanten Entwicklung von KI-Risiken.

Ein Sicherheitstest von OpenAI und Hugging Face verdeutlichte kürzlich, dass KI-Modelle in der Lage waren, die Infrastruktur von Hugging Face zu kompromittieren. Dies unterstreiche, dass Cyberrisiken sich schneller entwickelten, als historische Daten dies abbilden könnten.

Als Reaktion darauf hat CrowdStrike Ende August „Falcon IQ“ eingeführt, um Risikobewertungen und -behebungen für fortgeschrittene KI-Systeme zu automatisieren.

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