Cyber, Resilience

Cyber Resilience Act: Meldepflicht ab 11. September mit Bußgeldern bis 15 Mio.

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 11:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsoft erweitert Purview um KI-Funktionen und stellt mit Project Perception eine automatisierte Sicherheitslücken-Behebung vor.

Microsoft Purview: Neue KI-Features gegen Cyber-Bedrohungen
Moderne Serverräume mit leuchtenden Glasfaserkabeln als Symbol für Datensicherheit und Compliance. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Angesichts steigender EU-Regulierungen und wachsender Cyber-Bedrohungen hat Microsoft seine Governance-Plattform Purview um neue Funktionen erweitert. Ein Fortschrittsbericht zur Secure Future Initiative (SFI) zeigt zudem, wie KI-Systeme Sicherheitslücken automatisch erkennen und schließen sollen.

Fast 100 Prozent der Systeme gegen Phishing geschützt

Bereits über 99 Prozent der firmeneigenen Systeme sind mit einer phishing-resistenten Multi-Faktor-Authentifizierung ausgestattet. Rund 1,4 Millionen inaktive Entra-Applikationen wurden stillgelegt. Kernstück der künftigen Strategie ist „Project Perception“: Spezialisierte KI-Agenten sollen Sicherheitslücken eigenständig identifizieren und beheben. Eine öffentliche Vorschau startet Anfang August 2026.

KI übernimmt 90 Prozent der Routineaufgaben

Das spezialisierte Modell MAI-Cyber-1-Flash soll rund 90 Prozent der routinemäßigen Sicherheitsaufgaben erledigen. Zusammen mit GPT-5.4 erreicht das System eine Trefferquote von knapp 96 Prozent bei der Bedrohungserkennung. Microsoft verspricht sich davon deutlich niedrigere Betriebskosten.

Für Administratoren der Compliance-Plattform Purview gibt es ab September 2026 KI-generierte Zusammenfassungen von Änderungen an den Richtlinien zum Schutz vor Datenverlust (DLP). Der Security Copilot zeigt Auswirkungen und Durchsetzungsfolgen von Konfigurationsänderungen. Gleichzeitig führt Microsoft eine regelbasierte Automatisierung für DLP-Alarme ein – risikoarme Meldungen werden selbstständig geschlossen oder mit Tags versehen.

Hard Delete: Daten endgültig löschen

Ab September 2026 ermöglicht die Funktion „Hard Delete“ die dauerhafte Löschung von Dateien in OneDrive und SharePoint – ohne Umweg über den Papierkorb. Gedacht ist das für Richtlinien zur Bereinigung von Daten mit hoher Priorität. Wegen des Risikos unwiderruflichen Datenverlusts sind Simulationen und eine Genehmigung durch zwei berechtigte Personen nötig.

Die technischen Anpassungen folgen dem Shared-Responsibility-Modell: Microsoft schützt die Infrastruktur, die Kontrolle über Datennutzung und Compliance liegt beim Unternehmen. Fehlende Audit-Logs oder unzureichende Aufbewahrungsrichtlinien können bei DSGVO-Verstößen zu rechtlichen Konsequenzen führen.

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NIS2 und Cyber Resilience Act setzen Unternehmen unter Druck

Rund 29.500 Unternehmen in Deutschland sind von der NIS2-Richtlinie betroffen – ab 50 Mitarbeitern oder 10 Millionen Euro Jahresumsatz. Die Registrierung beim BSI hätte bereits bis März 2026 erfolgen müssen. Hinzu kommen Mindestmaßnahmen zum Risikomanagement.

Am 11. September 2026 tritt die Meldepflicht des Cyber Resilience Act (CRA) in Kraft. Unternehmen müssen aktiv ausgenutzte Schwachstellen und schwerwiegende Vorfälle über eine ENISA-Plattform melden. Die Fristen sind strikt: Frühwarnung innerhalb von 24 Stunden, detaillierte Meldung nach 72 Stunden. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 15 Millionen Euro oder 2,5 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.

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Mitte Juli 2026 endete zudem der Support für SharePoint Server 2019. Unternehmen, die weiterhin On-Premises-Lösungen nutzen, müssen auf die SharePoint Server Subscription Edition umsteigen – Version 26H1 wurde im Juli veröffentlicht.

Weiterbildung für IT-Verantwortliche

Die Komplexität der Purview-Suite und die Haftungsrisiken für Geschäftsleitungen – etwa gemäß §38 BSIG im Rahmen von NIS2 – treiben den Bedarf an Fachwissen. Im Oktober 2026 findet ein spezialisierter Workshop unter der Leitung von Aaron Siller statt. Themen sind Datenklassifizierung, Insider-Risikomanagement und DLP-Strategien. Ziel: die Lücke zwischen technischer Infrastruktur und regulatorischer Dokumentation schließen.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

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