Cybersecurity, KI-Agenten

Cybersecurity: 52% der KI-Agenten ohne Kontrollvorgaben

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 00:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de

KnowBe4 weitet seine KI-Governance-Lösung auf Anthropics Claude aus. Das Tool erkennt Risiken wie Prompt Injections und Datenlecks in Echtzeit.

KnowBe4 erweitert Agent Risk Manager um Claude-Unterstützung
Digitale Visualisierung eines KI-Sicherheitsnetzwerks in einem modernen Kontrollzentrum für Cybersicherheit. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Auf der Fachkonferenz Black Hat 2026 in Las Vegas hat der Cybersecurity-Spezialist KnowBe4 die Veröffentlichung seines Agent Risk Manager für die KI-Lösung Claude von Anthropic bekannt gegeben. Mit diesem Schritt weitet das Unternehmen seine Governance- und Kontrollmechanismen auf eine weitere führende Plattform für künstliche Intelligenz aus, nachdem das Werkzeug zuvor bereits Microsoft Copilot unterstützt hatte. Die Erweiterung zielt darauf ab, die Sicherheitsrisiken zu minimieren, die durch den zunehmenden Einsatz autonomer KI-Agenten in Unternehmensabläufen entstehen.

Echtzeit-Überwachung und Bedrohungserkennung

Der Agent Risk Manager ist darauf ausgelegt, die Aktivitäten autonomer KI-Agenten in Echtzeit zu überwachen. Laut Angaben des Unternehmens erkennt das System spezifische Risiken wie Prompt Injections, potenzielle Datenlecks und Versuche zur Privilegieneskalation. Durch die Integration in Claude können Sicherheitsverantwortliche nun detailliert nachvollziehen, wie die KI-Agenten mit Unternehmensdaten interagieren und welche Aktionen sie eigenständig ausführen.

Ein technischer Schwerpunkt der Lösung liegt in der Visualisierung des sogenannten Blast-Radius von Angriffspfaden. Damit stellt das System grafisch dar, welche potenziellen Auswirkungen eine Kompromittierung eines bestimmten Agenten auf die restliche IT-Infrastruktur und die Datenbestände des Unternehmens hätte. Zur Identifizierung dieser Bedrohungen setzt KnowBe4 auf insgesamt sechs verschiedene Detection Engines, die speziell auf die Analyse von KI-gesteuerten Arbeitsabläufen optimiert wurden.

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Wachsender Bedarf an Regulierung autonomer Systeme

Hintergrund der Funktionserweiterung ist die rasant steigende Integration von KI-Agenten in geschäftskritische Workflows. Ein aktueller Report von KnowBe4 aus dem Jahr 2026 verdeutlicht die Dringlichkeit für robustere Governance-Lösungen. Demnach geben 58 % der Führungskräfte im Bereich Cybersicherheit an, dass KI-Agenten in ihren Unternehmen bereits eigenständig in Arbeitsprozessen agieren.

Gleichzeitig offenbart die Untersuchung eine erhebliche Regulierungslücke: Laut dem Bericht laufen 52 % dieser autonomen KI-Agenten ohne ausreichende Kontrollvorgaben oder regulatorische Rahmenbedingungen. Dies führt dazu, dass viele Systeme außerhalb der Sichtweite klassischer Sicherheitslösungen operieren und damit ein unkalkulierbares Risiko für die Informationssicherheit darstellen können. Die Ausweitung der Governance-Tools auf Claude soll Unternehmen dabei unterstützen, diese Lücke zu schließen, ohne die Effizienzvorteile der KI-Automatisierung aufgeben zu müssen.

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Verfügbarkeit und technischer Umfang

Die neue Unterstützung für Claude wird zunächst in einem eingeschränkten Rahmen bereitgestellt. Das Unternehmen bietet einen Early Access für Kunden an, die das Paket SAT-Advanced nutzen und über einen US-Tenant verfügen. Durch die Einbindung von Claude in den Agent Risk Manager reagiert der Anbieter auf die wachsende Diversität der KI-Modelle in Konzernumgebungen, in denen häufig mehrere unterschiedliche Assistenten und Agenten-Systeme parallel zum Einsatz kommen.

Mit der Erweiterung seiner Plattform positioniert sich der Sicherheitsdienstleister weiter in einem Marktsegment, das sich von der reinen Schulung der Mitarbeiter hin zum technischen Schutz komplexer, automatisierter KI-Infrastrukturen entwickelt. Ziel sei es, die Transparenz über die Handlungen autonomer Softwareeinheiten zu erhöhen und so die Compliance-Anforderungen moderner Digitalstrategien zu erfüllen.

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