Cybersicherheit, Anlagen

Cybersicherheit in Anlagen: TRBS 1115-1 schärft Anforderungen

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 13:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die TRBS 1115-1 verlangt von Unternehmen eine systematische Risikoanalyse für Mess- und Steuerungstechnik. Softwarelösungen sollen die Umsetzung erleichtern.

TRBS 1115-1: Neue Cyber-Anforderungen für die Betriebssicherheit
Ein Blick in einen industriellen Schaltschrank mit komplexer Verkabelung und Status-LEDs in einer Produktionsanlage. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Gewährleistung der Cybersicherheit in überwachungsbedürftigen Anlagen hat sich zu einem zentralen Bestandteil der betrieblichen Sicherheit entwickelt.

Grundlage hierfür ist die im März 2023 veröffentlichte Technische Regel für Betriebssicherheit TRBS 1115-1. Diese konkretisiert die Anforderungen der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) und richtet den Fokus explizit auf den Schutz von Mess-, Steuer- und Regeleinrichtungen (MSR-Stellen).

Unternehmen stehen seither vor der Aufgabe, Cyber-Risiken systematisch zu identifizieren, zu bewerten und die entsprechenden Schutzmaßnahmen lückenlos zu dokumentieren.

Systematische Risikobewertung für Mess- und Regeltechnik

Die TRBS 1115-1 adressiert die zunehmende Vernetzung industrieller Anlagen. Wo früher mechanische Absicherungen dominierten, bestimmen heute digitale Komponenten die Steuerung kritischer Prozesse. Die Richtlinie verlangt eine strukturierte Analyse potenzieller Gefährdungen, die durch Angriffe auf die IT-Infrastruktur oder durch Manipulationen an Steuerungseinheiten entstehen können.

Experten beobachten in der Praxis jedoch erhebliche Hürden bei der Umsetzung. Ein wesentlicher Aspekt ist die geforderte Dokumentation, die über den gesamten Lebenszyklus einer Anlage aufrechterhalten werden muss.

Die Identifikation von Schwachstellen in den MSR-Stellen ist dabei kein einmaliger Vorgang, sondern erfordert eine kontinuierliche Überprüfung, um auf neue Bedrohungslagen reagieren zu können. Die systematische Verknüpfung von identifizierten Risiken mit wirksamen Gegenmaßnahmen gilt dabei als der entscheidende Erfolgsfaktor für einen rechtskonformen Anlagenbetrieb.

Herausforderungen bei der Verknüpfung von IT-Sicherheit und funktionaler Sicherheit

Ein strukturelles Problem bei der Anwendung der TRBS 1115-1 liegt in der historisch gewachsenen Trennung zwischen der klassischen IT-Sicherheit und der funktionalen Sicherheit technischer Anlagen (Operational Technology, OT). Während die IT-Abteilungen oft auf den Datenschutz und die Verfügbarkeit von Systemen fokussiert sind, konzentriert sich die Anlagensicherheit primär auf den Schutz von Mensch und Umwelt vor Fehlfunktionen.

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Aktuelle Analysen zur Betriebssicherheit verdeutlichen, dass eine isolierte Betrachtung dieser Bereiche nicht mehr ausreicht. Erforderlich ist eine ganzheitliche Perspektive, welche die Wechselwirkungen zwischen Cyber-Risiken und der funktionalen Sicherheit berücksichtigt.

Die Komplexität nimmt insbesondere dann zu, wenn technische Anlagen über verschiedene Standorte vernetzt sind oder Fernwartungszugänge bestehen. Ohne eine integrierte Betrachtungsweise bestehe die Gefahr, dass Sicherheitslücken an den Schnittstellen zwischen den Disziplinen unentdeckt bleiben.

Softwaregestützte Dokumentation und Prozessoptimierung

Angesichts der detaillierten Anforderungen der TRBS 1115-1 gewinnen spezialisierte Softwarelösungen an Bedeutung. Berichte aus der Branche zeigen, dass eine rein manuelle Verwaltung der Abhängigkeiten zwischen Anlagenkomponenten und Sicherheitsmaßnahmen in komplexen Umgebungen kaum noch effizient zu bewältigen ist.

In diesem Kontext bietet beispielsweise die HiScout GmbH Unterstützung an. Das in Berlin ansässige Unternehmen, das im Jahr 2009 gegründet wurde und rund 50 Mitarbeiter beschäftigt, stellt mit der Software HiScout ISM ein Werkzeug bereit, das auf die Anforderungen der TRBS 1115-1 zugeschnitten ist.

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Solche Systeme ermöglichen es, die geforderte strukturierte Verknüpfung von Risiken, Maßnahmen und Nachweisen digital abzubilden. Durch die Zusammenführung der Daten in einer zentralen Lösung lassen sich die Zusammenhänge zwischen den technischen Anlagen und der IT-Security transparenter darstellen, was die geforderte Dokumentation gegenüber Aufsichtsbehörden vereinfacht.

Die Digitalisierung dieser Compliance-Prozesse wird von Fachleuten als notwendiger Schritt angesehen, um die Cybersicherheit dauerhaft in der Betriebssicherheitsorganisation zu verankern.

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