Fahrrad, Niederlande

E-Bike-Hersteller VanMoof ist pleite

18.07.2023 - 17:03:54

Das Amsterdamer Start-up wollte die idealen RĂ€der fĂŒr Metropolen machen. Edel, schnell und vor Diebstahl sicher. Doch nun ist der Hersteller insolvent. Was heißt das fĂŒr die Kunden?

Der niederlĂ€ndische E-Bike-Hersteller VanMoof ist pleite. Wie das Unternehmen am Dienstag auf seiner Homepage mitteilte, hat das zustĂ€ndige Amsterdamer Gericht die VanMoof Global Holding B.V., VanMoof B.V. und VanMoof Global Support B.V. fĂŒr insolvent erklĂ€rt. Die auslĂ€ndischen Niederlassungen, darunter auch in Deutschland, sind demnach nicht vom Insolvenzverfahren betroffen.

Die BrĂŒder Taco und Ties Carlier hatten das Unternehmen 2009 gegrĂŒndet und wollten die Metropolen weltweit mit dem «idealen Stadt-Fahrrad» ausrĂŒsten. Die minimalistischen VanMoof-Bikes waren international wegen ihres Designs ausgezeichnet worden. Hoch gelobt wurden anfangs auch technische Innovationen. VanMoof versprach, dass die RĂ€der fast nicht gestohlen werden könnten durch ein digitales Schloss, eingebauten Alarm und GPS.

Doch am Ende bedeuteten technische MĂ€ngel, lange Lieferzeiten und Wartezeiten bei Reparaturen das Aus fĂŒr das Amsterdamer Unternehmen. Problematisch war vor allem, dass VanMoof alles in eigener Hand halten wollte - auch die Herstellung von Ersatzteilen und die Reparatur.

Am Ende ein Verlust von 80 Millionen Euro

Vor allem die niederlĂ€ndischen Kunden machen sich nun Sorgen. So fĂŒrchten viele, dass sie bereits bezahlte RĂ€der gar nicht erhalten werden oder sie FahrrĂ€der nicht mehr aus der Reparatur zurĂŒck bekommen. Dutzende Kunden erstatteten bereits Anzeige wegen Fahrrad-Diebstahls. Ob die Pleite des Unternehmens auch Folgen fĂŒr Kunden im Ausland haben wird, ist unklar. Dabei geht es etwa um die Lieferung von Ersatzteilen und neuen RĂ€dern.

Das Amsterdamer Start-up wurde in den ersten Jahren hoch gelobt. Und es profitierte vom Boom der elektrischen FahrrÀder. Schnell breitete sich VanMoof auch im Ausland aus. Doch finanzielle Erfolge blieben aus. 2021 verbuchte das Unternehmen einen Verlust von etwa 80 Millionen Euro.

Die GrĂŒnder Taco und Ties Carlier bedauerten das Aus des Unternehmens, wie sie in einer von Medien zitierten Mail an ihre rund 800 Mitarbeiter schreiben: «Wir sind traurig, aber vor allem fĂŒhlen wir Stolz auf das, was wir erreicht haben.» Eine Milliarde RĂ€der wollten die BrĂŒder verkaufen, am Ende waren es knapp 200 000.

@ dpa.de