EU-Parlament billigt Zölle auf russische DĂŒnger und Nahrung
22.05.2025 - 12:58:58Eine breite Mehrheit der Abgeordneten stimmte in BrĂŒssel fĂŒr den Vorschlag der EU-Kommission. Russland solle damit die Finanzierung des Angriffskriegs gegen die Ukraine erschwert werden, heiĂt es in dem Verordnungsentwurf.
Mit Zöllen belegt werden sollen etwa Zucker, Essig, Mehl und Tierfutter sowie DĂŒngemittel auf Stick- und Harnstoffbasis. Damit wĂ€ren kĂŒnftig alle Agrarimporte aus Russland mit Abgaben belegt. Die EU-Staaten mĂŒssen den PlĂ€nen noch zustimmen, bevor die Zölle in Kraft treten.
Russland hĂ€lt hohen Marktanteil bei DĂŒngemitteln
Die betroffenen DĂŒngemittel machten 2023 den Angaben zufolge 70 Prozent der gesamten DĂŒngenutzung in der EU aus. Ein Viertel davon wurde wiederum aus Russland importiert, wobei dessen Marktanteil 2024 weiter anstieg. Diese AbhĂ€ngigkeit könne fĂŒr die Nahrungsversorgung in der EU zum Problem werden, sollte Russland die Marktmacht zur Erpressung nutzen, heiĂt es in der Verordnung.
Den PlĂ€nen zufolge sollen auf die Produkte Zölle in Höhe von 6,5 Prozent fĂ€llig werden. Dazu kommen jĂ€hrlich steigende Abgaben: Ab Juli wĂŒrden je nach Produktart 40 bis 45 Euro pro Tonne fĂ€llig werden, bis 2028 soll die Abgabe auf 315 bis 430 Euro pro Tonne steigen.
Die Versorgungssicherheit in der EU sei durch die PlĂ€ne nicht beeintrĂ€chtigt, heiĂt es in dem beschlossenen Entwurf. Die Zölle auf russische Importe wĂŒrden europĂ€ische Produzenten stĂ€rken. Sollten die Preise dennoch stark ansteigen, sieht der Entwurf vor, dass die EU-Kommission MaĂnahmen ergreifen soll - etwa durch das Aussetzen von Zöllen auf andere LĂ€nder.

