Tariflohn, Auftrag

Tariflohn bei öffentlichem Auftrag: Kabinett billigt Entwurf

06.08.2025 - 14:24:31

Das geplante Tariftreuegesetz hat schon vorab Kritik der Arbeitgeber geweckt. Doch Arbeitsministerin BĂ€rbel Bas verteidigt ihr Vorhaben.

  • Arbeitsministerin BĂ€rbel Bas (SPD) hĂ€lt trotz der Kritik der Arbeitgeber am Tariftreuegesetz fest. (Archivbild) - Foto: Christoph Soeder/dpa

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  • ArbeitgeberprĂ€sident Rainer Dulger stemmt sich gegen das Tariftreuegesetz. (Archivbild) - Foto: Peter Kneffel/dpa

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  • Die IG Metall findet das Tariftreuegesetz grundsĂ€tzlich richtig. (Archivbild) - Foto: Marcus Brandt/dpa

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Arbeitsministerin BÀrbel Bas (SPD) hÀlt trotz der Kritik der Arbeitgeber am Tariftreuegesetz fest. (Archivbild) - Foto: Christoph Soeder/dpaArbeitgeberprÀsident Rainer Dulger stemmt sich gegen das Tariftreuegesetz. (Archivbild) - Foto: Peter Kneffel/dpaDie IG Metall findet das Tariftreuegesetz grundsÀtzlich richtig. (Archivbild) - Foto: Marcus Brandt/dpa

Arbeitsministerin BĂ€rbel Bas (SPD) verteidigt das vom Kabinett gebilligte Tariftreuegesetz gegen Kritik der Arbeitgeber. Das Gesetz solle Arbeitsbedingungen gerade bei großen öffentlichen AuftrĂ€gen sichern, wie sie nach dem Investitionspaket der Bundesregierung erwartet werden. Es solle nicht das eintreten, «was wir oft in der Vergangenheit gehört haben, dass Unternehmen, die Tarifbindung haben, von öffentlichen AuftrĂ€gen nicht profitieren», sagte die Ministerin.

Das Bundeskabinett hatte zuvor den Entwurf eines Tariftreuegesetzes auf den Weg gebracht. Bei öffentlichen AuftrĂ€gen des Bundes ab 50.000 Euro sollen Firmen den PlĂ€nen zufolge ihre BeschĂ€ftigten nach Tarifbedingungen bezahlen mĂŒssen. Konkret heißt das, sie mĂŒssten Entgelt, Weihnachtsgeld, Urlaub und Ruhezeiten wie in branchenĂŒblichen TarifvertrĂ€gen gewĂ€hren. Damit hĂ€tten Unternehmen, die sich an TarifvertrĂ€ge halten, bessere Chancen auf AuftrĂ€ge. Allerdings könnten die Kosten fĂŒr die öffentliche Hand höher werden.

ArbeitgeberprÀsident sieht «Tarifzwangsgesetz»

Mit dem Gesetz wird ein Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag umgesetzt. Ziel ist eine höhere Tarifbindung. AuftrĂ€ge zur Beschaffung fĂŒr die Bundeswehr sind ausgenommen. Der Entwurf geht jetzt an den Bundestag, der ihn Ă€ndern kann.

ArbeitgeberprĂ€sident Rainer Dulger hatte die PlĂ€ne kritisiert und ihren Stopp gefordert. Das Tariftreuegesetz sei ein «Tarifzwangsgesetz» und dĂŒrfe so nicht kommen, sagte Dulger der Deutschen Presse-Agentur. Ähnlich sieht es die Deutsche Industrie- und Handelskammer, die auf einen hohen bĂŒrokratischen Aufwand verweist. 

IG Metall unterstĂŒtzt die PlĂ€ne

Die Gewerkschaft IG Metall unterstĂŒtzt das Vorhaben hingegen und fordert eine Umsetzung ohne Schlupflöcher. Die IG-Metall-Vorsitzende Christiane Benner sagte: «Es ist gut und richtig, dass das Tariftreuegesetz kommt. Aber es muss konsequent sein. Das bedeutet, es darf keine Ausnahmen, Verzögerungen oder Schwellenwerte geben, die es Arbeitgebern möglich machen, sich dem Gesetz zu entziehen.» Auch sie verwies auf die geplanten Milliardeninvestitionen des Bundes in die Infrastruktur.

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