Barley, FDP-Papier

Barley zu FDP-Papier: Entscheidend ist der Koalitionsvertrag

22.04.2024 - 14:31:45

Das SPD-ParteiprĂ€sidium blickt Katarina Barley zufolge gelassen auf FDP-VorschlĂ€ge fĂŒr schĂ€rfere Regeln beim BĂŒrgergeld und das Aus fĂŒr die Rente mit 63.

"Es gibt ein verbindliches Papier und das ist der Koalitionsvertrag", sagte die Spitzenkandidatin der SPD fĂŒr die Europawahl bei einer Pressekonferenz am Montag in Berlin. Auf die Frage, ob das Papier die Ampel-Koalition gefĂ€hrden könne, sagte Barley lediglich: "Ein Papier ist ein Papier."

Aus europĂ€ischer Perspektive sei der Angang der FDP aber kein neuer. "Sie haben das ja alle verfolgt, wie wir eine Ausweitung des sogenannten "German Votes" gesehen haben, in ganz unterschiedlichen inhaltlichen Bereichen", sagte die SPD-Politikerin. Barley bezog sich damit auf Enthaltungen der deutschen Regierung in BrĂŒssel. Zuletzt hatte die FDP zum Beispiel wegen Zweifeln am Lieferkettengesetz darauf gedrĂ€ngt, dass Deutschland nicht zustimmt.

Der Luxemburger Nicolas Schmit, Spitzenkandidat der Sozialdemokratischen Partei Europas (SPE) fĂŒr die Europawahl, zeigte sich Ă€hnlich wie Barley unbesorgt: Zwar sei Streit nie gut, aber trotz allem sehe er, dass Deutschland seine Rolle in Europa absolut wahrnehme. Kanzler Olaf Scholz habe in der aktuellen Krisenzeit eine absolut zentrale Rolle im EuropĂ€ischen Rat.

Das FDP-Papier, das bereits am Wochenende fĂŒr Unruhe in der Koalition sorgte, sieht zwölf Punkte "zur Beschleunigung der Wirtschaftswende" vor. Neben einer VerschĂ€rfung der Regeln fĂŒr Leistungsbezieher fordern die Liberalen darin unter anderem eine Abschaffung der Rente mit 63 Jahren, steuerliche Vorteile fĂŒr das Leisten von Überstunden und BĂŒrokratieabbau auf mehreren Ebenen, unter anderem auch im Bausektor.

SPD-FĂŒhrungskrĂ€fte hatten den Vorstoß am Wochenende bereits scharf kritisiert. Fraktionschef Rolf MĂŒtzenich nannte die Forderungen der FDP "ein Überbleibsel aus der Mottenkiste und nicht auf der Höhe der Zeit".

@ dpa.de