Wirecard-Skandal: MusterklÀger-Anwalt legt Mandat nieder
14.05.2025 - 18:22:37Im Wirecard-Musterverfahren um die SchadenersatzansprĂŒche Zehntausender AktionĂ€re geht es weiter turbulent zu: MusterklĂ€ger-Anwalt Peter Mattil hat sein Mandat niedergelegt, wie der Jurist mitteilte. Grund sind offensichtliche Meinungsverschiedenheiten mit einem zweiten MusterklĂ€ger-Anwalt. Die Strategien der beiden Kanzleien seien «nicht kompatibel», schrieb Mattil in seiner kurzen Mitteilung.
Das Musterverfahren vor dem Bayerischen Obersten Landesgericht soll grundsĂ€tzlich klĂ€ren, ob die Wirecard-AktionĂ€re SchadenersatzansprĂŒche haben. HauptsĂ€chliche Zielscheibe der Klagen ist die WirtschaftsprĂŒfungsgesellschaft EY, die die Bilanzen des 2020 kollabierten Dax-Konzerns testierte. Beim frĂŒheren Wirecard-Chef Markus Braun und anderen ehemaligen Managern des insolventen Zahlungsdienstleisters ist nach allgemeiner EinschĂ€tzung nicht mehr viel Geld zu holen.Â
MusterklÀger verlor eine halbe Million Euro
Als MusterklĂ€ger ausgesucht hat der 1. Zivilsenat des Gerichts einen hessischen Bankkaufmann, der eine halbe Million Euro mit Wirecard-Papieren verloren hat. Auf Schadenersatz geklagt hatten Ende vergangenen Jahres knapp 8.700 Anleger, weitere 19.000 haben AnsprĂŒche angemeldet, ohne selbst zu klagen.Â
Gericht hat Hoffnungen bereits gedÀmpft
Doch in dem Musterverfahren war von Beginn an offensichtlich, dass es Meinungsverschiedenheiten zwischen beteiligten AnwĂ€lten gab. Abgesehen davon hatte das Bayerische Oberste Landesgericht im Februar die Hoffnungen der AktionĂ€re gedĂ€mpft: In einer ersten Teilentscheidung hieĂ es, dass im Kapitalanleger-Musterverfahren keine SchadenersatzansprĂŒche gegen EY vorgebracht werden könnten. Allerdings hatte der Senat ausdrĂŒcklich darauf verwiesen, dass die AktionĂ€re ihre Forderungen in separaten Gerichtsverfahren geltend machen könnten.Â
Das Musterverfahren lĂ€uft parallel zum Wirecard-Strafprozess, in dem sich der seit bald fĂŒnf Jahren in Untersuchungshaft sitzende Braun und zwei Mitangeklagte seit Dezember 2022 wegen Bandenbetrugs und anderer VorwĂŒrfe verantworten mĂŒssen.


