DatentrĂ€ger zu Steueroasen fĂŒhrt zu 398 VerdachtsfĂ€llen
Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 06:13 Uhr | dpa, AD HOC NEWSAlleine in NRW sind es laut DĂŒsseldorfer Finanzministerium 64 FĂ€lle. Die anderen werden jetzt an die betroffenen BundeslĂ€nder ĂŒbermittelt.
Das Landesamt zur BekĂ€mpfung der FinanzkriminalitĂ€t (LBF NRW) hatte Ende 2025 von einem Informanten Kundendaten von Offshore-Dienstleistern aufgekauft. Laut Finanzministerium waren es 3.320.148 Dateien und Ordner. In diesem riesigen Datensatz (1,45 Terrabyte) identifizierte man bisher die knapp 400 FĂ€lle in Deutschland. Bei jedem muss jetzt geprĂŒft werden, ob und wie viele Steuern hinterzogen wurden.
Die Daten stammen laut Ministerium von Offshore-Dienstleistern auf den Cayman Islands, in Dubai, Hongkong, Mauritius, Panama, Singapur und Zypern. "Die Firmen boten ihren Kundinnen und Kunden an, Auslandsgesellschaften in Niedrigsteuergebieten zu grĂŒnden", hieĂ es vom Finanzministerium. Der Verdacht: "Mit Hilfe dieser Strukturen sollte Vermögen vor dem deutschen Fiskus verschleiert und Steuerpflichten umgangen werden."
NRW-Finanzminister Marcus Optendrenk (CDU) sagte der dpa: "Wer sein Geld ĂŒber Briefkastenfirmen in Steueroasen versteckt, muss wissen: Die Steuerfahndung in Nordrhein-Westfalen bleibt dran." Wer EinkĂŒnfte bisher verschwiegen hat, "sollte die Möglichkeit einer Selbstanzeige ernsthaft prĂŒfen", so der Minister.
Das Landesamt zur BekĂ€mpfung der FinanzkriminalitĂ€t, das den Datensatz ausgewertet hat, ist eine junge Behörde. Sie bĂŒndelt alle Steuerfahnder aus NRW und wurde durch ihre "Task Force" fĂŒr Influencer bundesweit bekannt.
