Dax dreht ins Plus - Sorgen bleiben prÀsent
16.08.2023 - 10:27:22Der Dax hat sich nach seinem Kursrutsch am Vortag stabilisiert. Der deutsche Leitindex schĂŒttelte am Mittwoch anfĂ€ngliche leichte Verluste ab und legte zuletzt um 0,21 Prozent auf 15.800,74 Punkte zu. Die KonjunkturschwĂ€che Chinas und die Sorgen der Investoren ĂŒber weiter steigende Zinsen in den USA angesichts recht starker Konjunkturdaten in dem Land bleiben jedoch prĂ€sent.
Der MDax der mittelgroĂen börsennotierten Unternehmen gab geringfĂŒgig auf 27.782,24 Punkte nach. FĂŒr den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,26 Prozent nach oben.
Die restriktive Zinspolitik habe viele direkte und indirekte Auswirkungen auf die Realwirtschaft, die Preisdynamik und die FinanzmĂ€rkte, schrieb Marktexperte Andreas Lipkow. So sinke die LiquiditĂ€t, was zu einigen Verwerfungen in der Immobilienbranche fĂŒhre.
Unter den schwĂ€chsten Werten im Dax fielen die Aktien von Bayer um 0,8 Prozent, nachdem die Privatbank Berenberg ihre Kaufempfehlung fĂŒr die Papiere des Agarchemie- und Pharmakonzerns gestrichen hatte. Zwar habe der neue Vorstandschef Bill Anderson die Probleme des Unternehmens klar benannt, schrieb Analyst Sebastian Bray. Gleichzeitig aber sei der GeschĂ€ftszyklus inzwischen abwĂ€rts gerichtet. So dĂŒrfte Bayer Probleme haben, in den kommenden zwei Jahren die Ergebnisse zu steigern, vor allem in der Agrarsparte.
Im MDax rutschten die Papiere von Telefonica Deutschland nach einem skeptischen Analystenkommentar der US-Bank JPMorgan auf ein Rekordtief und bĂŒĂten zuletzt 0,7 Prozent ein. Der Experte Akhil Dattani schrieb, die Roaming-Partnerschaften im deutschen Mobilfunkmarkt hĂ€tten potenziell schĂ€dliche Folgen fĂŒr die Preisgestaltungsmacht im Sektor. Um diesen Risiken Rechnung zu tragen, habe er seine Prognosen fĂŒr die Kapitalkosten der Anbieter erhöht und jene fĂŒr die langfristigen Wachstumsraten reduziert. FĂŒr Telefonica Deutschland, die 1&1 als Roaming-Partner an Vodafone verliere, gingen die weitaus gröĂten UmsatzeinbuĂen einher.
An der Spitze des Nebenwerteindex SDax zogen die Anteilsscheine von Dermapharm nach der Veröffentlichung von GeschÀftszahlen um gut vier Prozent an. Die ProfitabilitÀt sei im zweiten Quartal deutlich höher als erwartet ausgefallen, schrieb Experte Alexander Thiel vom Analysehaus Jefferies. Der Arzneimittelhersteller habe in seinem KerngeschÀft stark abgeschnitten und damit die fehlenden UmsÀtze mit dem Corona-Impfstoff des Kooperationspartners Biontech kompensiert.
Höhere Finanzierungskosten und Bewertungsverluste bei Immobilien drĂŒckten zwar bei der Aroundtown-Tochter Grand City Properties im ersten Halbjahr auf die Bilanz. FĂŒr den operativen Gewinn im laufenden Jahr allerdings wird das Unternehmen zuversichtlicher. Die Anteilsscheine legten um 0,6 Prozent zu.


