Dax, Rekord

Dax markiert weiteren Rekord - Jahresendrally hÀlt an

06.12.2023 - 18:26:34

Der Dax ist am Mittwoch auf Rekordjagd geblieben. Der deutsche Leitindex schloss 0,75 Prozent höher bei 16.656,44 Punkten. Zwischenzeitlich markierte er einen neuen Rekord bei 16.727,07 ZĂ€hlern, also weitere gut 175 Punkte ĂŒber seinem Höchststand vom Vortag. In der laufenden Jahresendrally seit dem Oktober-Tief hat der Dax nun fast 14 Prozent gewonnen. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen verbuchte zur Wochenmitte ein Plus von 0,93 Prozent auf 26.737,58 ZĂ€hler. Sein Rekordhoch aus dem Jahr 2021 ist allerdings noch weit entfernt.

US-Jobdaten untermauern indes die Hoffnung auf bald wieder sinkende Zinsen. Die Privatwirtschaft der USA schuf im November deutlich weniger Stellen als erwartet. Eine AbschwĂ€chung am Arbeitsmarkt dĂŒrfte der US-Notenbank Fed bei ihrer InflationsbekĂ€mpfung entgegenkommen.

«Selbst die hohen Kursverluste bei der Merck fallen heute nicht weiter ins Gewicht oder bremsen den Dax in seiner Entwicklung aus», kommentierte Marktbeobachter Andreas Lipkow mit Blick auf ein Minus von 13,1 Prozent beim Pharma- und Spezialchemiekonzern. Merck erlitt mit seinem Mittel Evobrutinib zur Behandlung von Multipler Sklerose erneut einen RĂŒckschlag. Zwei Studien zur Sicherheit und Wirksamkeit des Medikaments hĂ€tten nicht die gewĂŒnschten Ergebnisse erbracht, hieß es. Die Bank HSBC stufte die Merck-Aktien daraufhin auf «Hold» ab und strich die UmsatzschĂ€tzungen fĂŒr das Mittel aus dem Bewertungsmodell.

Neben Merck enttĂ€uschte im Pharma- und Gesundheitssektor auch Fresenius die Anleger. Der Medizinkonzern darf wegen staatlicher Energiehilfen fĂŒr das laufende Jahr keine Dividende ausschĂŒtten. «Fresenius war eine sichere Dividenden-Aktie», sagte ein HĂ€ndler. Der Aktienkurs rettete sich aber letztlich um 0,3 Prozent ins Plus. Fresenius Medical Care fielen dagegen um 1,4 Prozent, nachdem ein Cyberangriff auf eine US-Tochter des BlutwĂ€schespezialisten bekannt wurde, der bereits im September verĂŒbt wurde.

Die Aktien des Autobauers Volkswagen gewannen an der Dax-Spitze 5,4 Prozent. Leicht positive Neuigkeiten kamen zum Thema Xinjiang: Die von den Wolfsburgern beauftragten PrĂŒfer haben nach eigenen Angaben keine Hinweise auf Zwangsarbeit in dem umstrittenen Werk in der chinesischen Provinz gefunden.

Bayer-Aktien setzten ihren Stabilisierungsversuch mit einem Plus von 2,2 Prozent fort, obwohl es erneut schlechte Nachrichten aus den USA gab. HÀndler verwiesen auf ein weiteres Urteil in einem US-Glyphosat-Prozess gegen den Pharma- und Agrarkonzern, das Anleger auf dem niedrigen Kursniveau aber nicht mehr zusÀtzlich verschreckt habe.

Die Papiere von Hensoldt fielen um 2,1 Prozent und waren damit einer der schwĂ€chsten Werte im MDax. Der RĂŒstungselektronikkonzern will den RĂŒstungsspezialisten ESG aus MĂŒnchen ĂŒbernehmen. Der Deal wird bis zu 730 Millionen Euro schwer. Finanziert werden soll der Kauf mit einer Kapitalerhöhung von bis zu zehn Prozent sowie durch Schulden in Höhe von circa 450 Millionen Euro.

Ein positiver GeschĂ€ftsausblick ließ die Aktien von Tui um 15,3 Prozent in die Höhe springen. Der Reisekonzern erwĂ€gt zudem den Abschied von der Londoner Börse und die RĂŒckkehr in den MDax. Eine Börsennotierung nur noch in Deutschland könnte Tui aus Sicht des Vorstands Vorteile bringen. Dazu zĂ€hlten etwa weniger Kosten und ein besseres Eigenkapitalprofil.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg zeitweise auf ein Hoch seit 2007 und ging 0,68 Prozent höher bei 4483,26 Punkten aus dem Handel. Der französische Cac 40 legte Àhnlich deutlich zu, wÀhrend der britische FTSE 100 etwas moderater anzog. In New York stand der Dow Jones Industrial zum europÀischen Handelsschluss knapp im Plus, nachdem er eine zweitÀgige Rally-Pause eingelegt hatte.

Der Euro bewegte sich unter der Marke von 1,08 US-Dollar nur wenig und kostete zuletzt 1,0786 Dollar. Die EuropÀische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0778 (Dienstag: 1,0817) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9278 (0,9244) Euro.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 2,32 Prozent am Vortag auf 2,28 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,15 Prozent auf 126,17 Punkte. Der Bund-Future stieg um 0,38 Prozent auf 134,98 Punkte.

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