DAX-Vorstände: Fast zwei Drittel stammen aus eigenen Reihen
10.06.2026 - 03:41:15 | boerse-global.de
Eine aktuelle Analyse des Handelsblatt Research Institute zeigt: Fast zwei Drittel der Vorstandsmitglieder in den 40 größten börsennotierten Unternehmen wurden aus den eigenen Reihen befördert. Bei BASF, BMW, Continental, DHL, Rheinmetall, RWE und Zalando stammen sämtliche Vorstände aus dem internen Talentpool.
Externer Wechsel bei Jenoptik
Eine Ausnahme bestätigt die Regel: Der Technologiekonzern Jenoptik holt sich einen neuen Chef von außen. Dr. Dominic Dorfner übernimmt zum 1. August 2026 den Vorstandsvorsitz. Das Kontrollgremium bestellte den Manager für drei Jahre. Dorfner kommt von Semikron Danfoss, wo er zuletzt als President und CEO arbeitete.
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In Jena führt er künftig gemeinsam mit Dr. Prisca Havranek-Kosicek und Dr. Ralf Kuschnereit den Konzern. Die Personalie wurde rund um die Hauptversammlung am 9. Juni bekannt.
Homogene Führungsetagen
Die Studie, die 231 Lebensläufe untersuchte, zeichnet ein klares Bild der DAX-Vorstände. Die Mehrheit ist männlich, zwischen 50 und 60 Jahre alt, deutscher Staatsangehörigkeit und hat Wirtschaftswissenschaften studiert. Die Ende 2025 veröffentlichte Analyse dokumentiert eine hohe Homogenität in den Führungsetagen.
Personalberater sehen darin ein zweischneidiges Schwert: Interne Besetzungen sorgen für Kontinuität, verhindern aber frische Impulse von außen.
Aufsichtsräte mit Qualifikationslücke
Auch die Kontrollgremien stehen im Fokus. Der Board Monitor Europe 2025 von Heidrick & Struggles offenbart eine spezifische Schwäche: Nur 52 Prozent der 2024 neu berufenen deutschen Aufsichtsräte verfügten über eigene operative Führungserfahrung.
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Politische Rahmenbedingungen als Risiko
Die Anforderungen an Unternehmenslenker werden zudem von politischer Seite beeinflusst. Roche-Vorstand Daniel Steiners warnte vor neuen gesetzlichen Regelungen zur Beitragsstabilität in der gesetzlichen Krankenversicherung. Solche Eingriffe könnten Unsicherheiten für Investitionsentscheidungen in Deutschland schaffen.
Trotz der Kritik hält Roche an einem Großprojekt fest: Über 600 Millionen Euro fließen in ein neues Diagnostik-Produktionszentrum in Bayern. Die Fertigstellung ist für 2027 geplant.
