Deepfake-Schutz: Nationalrat fordert Massnahmen noch 2026
17.06.2026 - 07:23:46 | boerse-global.de
Parallel dazu bauen IT-Dienstleister ihre souverÀnen Cloud-Angebote aus.
Nationalrat sagt sexualisierten Deepfakes den Kampf an
Der Nationalrat hat am Dienstag eine Motion von GrĂŒnen-Nationalrat RaphaĂ«l Mahaim einstimmig angenommen. Anbieter von generativer KI sollen gesetzlich verpflichtet werden, wirksame Schutzmassnahmen gegen sexualisierte Deepfakes zu implementieren. Der Vorstoss drĂ€ngt auf eine Umsetzung noch in diesem Jahr â das geltende Strafrecht greife erst nach einem Missbrauch.
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Parallel dazu stimmte das EU-Parlament einem entsprechenden Verbot mit 423 zu 57 Stimmen zu. In der EU soll die Regelung ab dem 2. Dezember 2026 in Kraft treten. Dann gilt unter anderem eine Kennzeichnungspflicht fĂŒr KI-generierte Inhalte. Die Schweiz wartet nun auf die Entscheidung des StĂ€nderats.
SouverÀne Cloud-Lösungen gegen US-Gesetze
Um die AbhĂ€ngigkeit von internationalen Cloud-Anbietern zu verringern, baut die Schweiz ihre Sovereign-Hosting-KapazitĂ€ten aus. ELCA und Microsoft kĂŒndigten am Dienstag eine Erweiterung ihrer Zusammenarbeit an. Ăber die Tochtergesellschaft EveryWare sollen neue Dienste auf Basis lokaler Microsoft-Azure- und Microsoft-365-Lösungen entstehen.
Das Angebot richtet sich vor allem an regulierte Branchen wie Finanz- und Gesundheitssektor sowie die öffentliche Hand. Ziel: Datenschutz und GeschĂ€ftskontinuitĂ€t gewĂ€hrleisten â auch im Konflikt mit Gesetzen wie dem US CLOUD Act.
Der Bundesrat finalisierte im Juni zudem neue Richtlinien zur Ăberwachung digitaler Infrastrukturen. Im Fokus: stĂ€rkere Zentralisierung und Sovereign-Hosting fĂŒr sensible Verwaltungsdaten. Branchenbeobachter rechnen mit Mehrkosten von rund 15 Prozent fĂŒr die Migrationen.
Kritik an internationalen Projekten befeuert die Debatte zusĂ€tzlich. Unter anderem steht die Beteiligung von Google Schweiz an Cloud-Projekten fĂŒr auslĂ€ndische Regierungen in der Diskussion. Das weckt Forderungen nach strengeren Kontrollen durch das Staatssekretariat fĂŒr Wirtschaft (SECO).
Studie: 850.000 Jobs sind KI-exponiert
Eine Studie der Denkfabrik einstAIn vom Dienstag zeigt die wirtschaftliche Bedeutung der KI-Integration. Rund 850.000 ArbeitsplĂ€tze in der Schweiz â etwa 28 Prozent der untersuchten Stellen â sind einer hohen KI-Exposition ausgesetzt. Besonders betroffen: Verwaltung, Finanzwesen und Rechtsbereich.
Die betroffene Lohnsumme beziffert die Studie auf ĂŒber 80 Milliarden Franken. Geringere Auswirkungen erwarten die Forscher fĂŒr handwerkliche Berufe sowie den Pflege- und Gesundheitssektor.
Auf einer Fachkonferenz zur digitalen SouverÀnitÀt am Montag betonten Experten die Notwendigkeit, IT-Landschaften prÀzise zu kennen. Nur so liessen sich AbhÀngigkeiten von einzelnen Herstellern vermeiden. Als Alternativen diskutierten sie verstÀrkt Open-Source-Lösungen und den Betrieb eigener Rechenzentren.
Compliance und digitale IdentitÀten
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Spezialisierte Screening-Verfahren gewinnen an Bedeutung. Die ZĂŒrcher Validato AG bietet mittlerweile Module fĂŒr HintergrundĂŒberprĂŒfungen an, die auf das revidierte Datenschutzgesetz (nDSG) abgestimmt sind. Verstösse können Sanktionen von bis zu 250.000 Franken nach sich ziehen.
Europa bereitet sich auf die EinfĂŒhrung digitaler IdentitĂ€ten vor. Ab November 2026 sollen alle EU-Mitgliedstaaten eine digitale IdentitĂ€ts-Brieftasche (EUDI Wallet) anbieten. FĂŒr September 2026 ist eine internationale Konferenz in Genf geplant, um die globale Vernetzung zu diskutieren. Kritiker warnen vor einer drohenden Datenkonzentration.
Die Branche reagiert mit Konsolidierungen auf die komplexen Anforderungen. Die Convotis Schweiz AG integrierte kĂŒrzlich die Glaux Group, um Kompetenzen in E-Government und IT-Sicherheit fĂŒr öffentliche Auftraggeber zu bĂŒndeln.
