Deepfake-Schutz, Scamai

Deepfake-Schutz: Scam.ai startet Halo gegen Chef-Imitationen

Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 22:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Scam.ai und Hydaway Digital bringen Schutzlösungen gegen manipulierte Videos und Social-Media-Inhalte auf den Markt. KI-Betrug kostet Milliarden.

KI-Betrug: Neue Tools wie Halo und RealityChek sollen Deepfakes stoppen
Digitales Schutzschild-Hologramm über einem Laptop-Bildschirm als Symbol für KI-gestützte Abwehr von Deepfake-Betrug. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Technologiebranche hat neue Lösungen gegen KI-gestützten Betrug vorgestellt. Im Fokus: der Schutz von Videokonferenzen und die Verifizierung von Social-Media-Inhalten.

„Halo“ erkennt Deepfakes in Echtzeit

Mit „Halo“ bringt Scam.ai eine Software auf den Markt, die manipulierte Gesichter in Zoom, Microsoft Teams und Google Meet entlarven soll. Die Besonderheit: Die Analyse läuft direkt auf dem Endgerät – dank einer Partnerschaft mit Qualcomm. Die Snapdragon-NPU-Prozessoren ermöglichen die Echtzeit-Erkennung, ohne dass Daten in die Cloud wandern.

Für die Erkennung KI-generierter Stimmen kooperiert Scam.ai mit dem Unternehmen Modulate. Die Integration in die Windows-Plattform ist bis Anfang September geplant. Zielgruppe sind vor allem Finanzabteilungen und Führungskräfte – denn die sogenannten Boss Scams nehmen zu. Dabei imitieren Kriminelle Vorgesetzte, um Überweisungen oder sensible Daten zu erschleichen.

RealityChek prüft Beiträge auf X

Parallel dazu startete Hydaway Digital Corp. am 6. August einen Erkennungs-Bot für die Plattform X. Nutzer erwähnen einfach das Profil „RealityChek“ in ihrem Beitrag – und lassen Inhalte auf Echtheit prüfen. Der Hintergrund: Branchenschätzungen zufolge werden täglich mehrere zehn Millionen KI-generierte Bilder produziert.

Wie dringend solche Tools sind, zeigt ein Fall aus Brasilien. Digitalrechte-Organisationen fordern dort Ermittlungen gegen Meta. Eine Studie dokumentierte zwischen April und Mitte Juni über 500 betrügerische Werbeanzeigen auf Facebook, die sich auf ein staatliches Entschuldungsprogramm bezogen. Fast 40 Prozent davon nutzten KI, um Behörden oder Finanzmarken nachzuahmen.

Milliardenverluste durch KI-Betrug

Die wirtschaftlichen Schäden sind enorm. Deloitte prognostiziert für die USA bis 2027 Verluste durch KI-Betrug von rund 40 Milliarden US-Dollar. Das FBI bezifferte den Schaden durch manipulierte Überweisungsaufforderungen und Deepfakes für 2025 bereits auf etwa 2,9 Milliarden US-Dollar.

Anzeige

Angesichts der rasanten Entwicklung von KI-Technologien stehen Unternehmen vor neuen rechtlichen Pflichten und Sicherheitsrisiken. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet Ihnen einen kompakten Überblick über die Anforderungen und Fristen der neuen EU-KI-Verordnung. Kostenloses E-Book zum EU AI Act herunterladen

Auch Deutschland bleibt nicht verschont. Laut Bundeskriminalamt stieg der Schaden durch falsche Polizeibeamte 2025 auf 49,5 Millionen Euro – nach 30,1 Millionen im Vorjahr. Bei Schockanrufen und Enkeltrick erbeuteten Täter 49,0 Millionen Euro. Die Fähigkeit von KI, Stimmen von Angehörigen täuschend echt zu simulieren, erhöht die Erfolgsquoten erheblich.

An der Wall Street berichten Sicherheitsanalysten zudem von gezielten Vishing-Angriffen auf Finanzunternehmen. Hacker gaben sich als IT-Helpdesk-Mitarbeiter aus, um Zugangsdaten abzugreifen – mit Lösegeldforderungen in Millionenhöhe.

Anzeige

Wer sich gegen die zunehmenden Gefahren durch KI-basierte Cyberangriffe und Betrugsversuche schützen möchte, findet hier wertvolle Unterstützung. Ein gratis Report klärt darüber auf, welche neuen Bedrohungen auf Unternehmer zukommen und wie man Sicherheitslücken effektiv schließt. Gratis Cyber-Security Report für Unternehmen anfordern

Behörden schalten in den Angriffsmodus

Dänemark reagiert mit einem Sofortprogramm: Das Bildungsministerium empfiehlt Gymnasien Bildschirm-Überwachungswerkzeuge bei Prüfungen und führt mündliche Verteidigungen für Hausarbeiten ein. Indiens Cybercrime-Behörde I4C warnt vor manipulierten Dateien über WhatsApp, die Schadsoftware installieren. Staatliche Warnsysteme konnten dort bereits zehntausende Bürger vor finanziellen Verlusten schützen.

IT-Sicherheitsexperten raten Unternehmen zu konsequenter Zwei-Faktor-Authentifizierung. Moderne Sprachmodelle von Meta, OpenAI und Anthropic können inzwischen eigenständig IT-Schwachstellen identifizieren – die Identität von Kommunikationspartnern sollte daher mehrfach verifiziert werden.

Disclaimer...

de | wirtschaft | 69926566 |