DeepSeek, Chinesisches

DeepSeek V4 Pro: Chinesisches Modell 39-mal günstiger

Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 20:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

US-KI-Anbieter reagieren auf chinesische Billigmodelle mit deutlichen Preissenkungen. DeepSeek und Co. gewinnen an Einfluss und setzen die Branche unter Druck.

KI-Preiskampf: OpenAI und Anthropic senken Gebühren wegen China-Konkurrenz
Moderne Serveranlage in einem Rechenzentrum mit leuchtenden Glasfaserkabeln als Symbol für die KI-Infrastruktur. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die führenden US-Entwickler von Künstlicher Intelligenz (KI), OpenAI und Anthropic, haben massiven Preisdruck durch chinesische Wettbewerber erfahren und reagieren mit drastischen Preissenkungen. Jüngste Marktdaten zeigen, dass die Kosten für die Nutzung großer Sprachmodelle deutlich sinken, da Anbieter aus China technologisch aufholen und ihre Dienste zu einem Bruchteil der westlichen Gebühren anbieten.

Massive Preisnachlässe bei OpenAI und Anthropic

Als Reaktion auf die verschärfte Wettbewerbssituation senkte OpenAI die Preise für sein Modell GPT-5.6 Luna um 80 Prozent. Die Kosten pro einer Million Input-Tokens fielen von 1 US-Dollar auf 0,20 US-Dollar, während der Preis für die gleiche Menge an Output-Tokens von 6 US-Dollar auf 1,20 US-Dollar reduziert wurde.

Auch der Konkurrent Anthropic halbierte die Preise für das Modell Claude Opus 5 im Vergleich zum Modell Fable 5. Nutzer zahlen hier nun 5 US-Dollar für den Input und 25 US-Dollar für den Output pro Million Tokens.

Diese Entwicklung schlägt sich bereits in branchenweiten Kennzahlen nieder. Laut dem Token-Preisindex von Silicon Data sind die Nutzungsgebühren für US-basierte KI-Modelle seit Mitte Juli um fast 25 Prozent gesunken. Trotz der Preissenkungen wandern namhafte Unternehmen teilweise zu chinesischen Lösungen ab; Berichten zufolge nutzen Firmen wie DoorDash und Airbnb bereits KI-Modelle aus China.

DeepSeek und die neue Effizienz aus China

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Ein wesentlicher Treiber dieser Dynamik ist das chinesische Unternehmen DeepSeek, das am 13. August 2026 das Modell V4 Pro 0813 veröffentlichte. Analysen von Artificial Analysis zufolge liegen die Preise für dieses Modell bei 0,435 US-Dollar für den Input und 0,87 US-Dollar für den Output pro Million Tokens.

In der Spitze erreichen die Preise laut anderen Marktdaten 1,32 US-Dollar (Input) bzw. 3,96 US-Dollar (Output). Damit ist das Modell im direkten Aufgabenvergleich etwa 39-mal günstiger als Claude Opus 5, wobei eine einzelne Aufgabe bei DeepSeek 0,06 US-Dollar kostet, während bei Anthropic 2,34 US-Dollar fällig werden.

In Benchmarks wie dem Intelligence Index erreicht DeepSeek V4 Pro 53 Punkte. Damit liegt es zwar hinter Spitzenmodellen wie Claude Opus 5 (63 Punkte) oder GPT-5.6 Sol (61 Punkte), bietet jedoch ein Preis-Leistungs-Verhältnis, das westliche Anbieter unter Zugzwang setzt.

In speziellen Tests wie dem DeepSWE-Score konnte DeepSeek seine Leistung zudem signifikant von 12,8 auf 62,7 steigern. Das Unternehmen plant derzeit eine Finanzierungsrunde bei einer Bewertung von rund 74 Milliarden US-Dollar.

Wachsender Einfluss chinesischer Open-Source-Modelle

Die Dominanz chinesischer Anbieter zeigt sich auch auf Entwicklerplattformen. Auf Hugging Face entfielen zuletzt 41 Prozent der Open-Source-Downloads auf chinesische Modelle, womit China erstmals die USA überholte. Seit Juni 2026 brachten neun chinesische Firmen insgesamt zehn neue Modelle heraus, darunter GLM-5.2, Kimi K3 und Qwen3.8-Max.

Das Modell Kimi K3 von Moonshot AI, einem mit über 20 Milliarden US-Dollar bewerteten Unternehmen, übertrifft mit 2,8 Billionen Parametern bereits Modelle wie Claude Opus 4.8. Zwar schätzen Experten von Epoch AI, dass chinesische Open-Weight-Modelle der US-Spitze noch etwa vier Monate hinterherhinken, doch die schnelle Veröffentlichungsfolge verringert den Abstand.

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Strategische Herausforderungen für US-Anbieter

Inmitten dieses Wettbewerbs warnte OpenAI-CEO Sam Altman vor zunehmenden KI-Zwischenfällen und Turbulenzen in der Cybersicherheit. Während OpenAI einen Jahresumsatz von rund 30 Milliarden US-Dollar erzielt und mit 852 Milliarden US-Dollar bewertet wird, verzögert sich ein möglicher Börsengang, auch weil die internationale Konkurrenz technologisch aufgeschlossen hat.

Andere US-Konzerne wie Meta und Nvidia setzen verstärkt auf Open-Source-Strategien, um gegenzusteuern. Meta veröffentlichte kürzlich Muse Glimmer, während Nvidia Nemotron 3.5 Lightning als vollständig quelloffenes Modell bereitstellte.

Gleichzeitig fordern mehr als 20 US-Tech-Unternehmen in einem offenen Brief, voreilige Beschränkungen für offene KI-Modelle zu vermeiden, um die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber der staatlich flankierten Konkurrenz aus Fernost nicht zu gefährden.

Google versucht unterdessen, mit Einführungspreisen für Gemini 3.7 Flash Marktanteile zu sichern. Das Modell wird bis Ende des Jahres für 0,75 US-Dollar (Input) und 3,75 US-Dollar (Output) angeboten, bevor sich die Preise ab Januar 2027 verdoppeln sollen.

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