Wettbewerb, Europa

Zweiter Anlauf: Millionenstrafe gegen Intel

22.09.2023 - 15:34:36

Dem Chip-Riesen wird vorgeworfen, dass er versucht habe, Konkurrenz aus dem Markt fĂŒr bestimmte Prozessoren zu drĂ€ngen. Ein Gericht hatte eine Milliardenstrafe fĂŒr nichtig erklĂ€rt. Das sieht die EU-Kommission anders.

Die EU-Kommission hat in einem langjĂ€hrigen Wettbewerbsstreit gegen den Chip-Riesen Intel eine Strafe in Höhe von rund 376,36 Millionen Euro verhĂ€ngt. Diese Entscheidung mit der neu festgelegten Summe wurde notwendig, weil das Gericht der EU Anfang vergangenen Jahres eine Strafe in Höhe von 1,06 Milliarden Euro fĂŒr nichtig erklĂ€rt hatte, wie aus einer Mitteilung der EU-Kommission von Freitag hervorgeht.

Die EU-Kommission geht gegen diese Entscheidung vor. Dem Unternehmen wurde vorgeworfen, dass es versucht habe, Konkurrenz rechtswidrig aus dem Markt fĂŒr bestimmte Prozessoren zu drĂ€ngen.

Konkret geht es bei der nun verkĂŒndeten Millionenstrafe um den Teil der VorwĂŒrfe, den das Gericht der EU damals nicht einkassiert hatte.  Weil das Gericht aber nicht den Teil der Geldbuße feststellen konnte, der sich auf die bestĂ€tigten VerstĂ¶ĂŸe bezieht, wurde die Milliardenstrafe damals komplett fĂŒr nichtig erklĂ€rt. Daraufhin musste die EU-Kommission eine neue Strafhöhe festlegen, was nun geschehen ist.

Der Streit zieht sich schon lange hin. Bereits im Mai 2009 verhĂ€ngte die EU-Kommission die zu der Zeit historisch hohe Strafe von gut einer Milliarde Euro. Die WettbewerbshĂŒter hatten Intel wegen des mutmaßlichen Missbrauchs einer dominanten Marktposition bestraft. Unter anderem hatte das Unternehmen der Kommission zufolge von 2002 bis 2007 Computerhersteller mit Rabatten dazu bewegt, Chips des Konzerns statt Prozessoren des Konkurrenten AMD zu kaufen.

@ dpa.de